36 Grad und es wir noch heißer…

Man mag von Klimaanlagen halten was man will, aber in diesen Tagen sind sie unsere Lebensretter hier in New York. Es herrscht nämlich derzeit eine Hitzewelle mit Temperaturen um 40 Grad. Und das muss man den AmerikanerInnen lassen: klimatisieren können sie…
Theo spricht seit dem Verlassen des Flugzeuges von den Wolkenkratzern und dass er augenblicklich auf einen rauf muss. Gesagt, getan: Wir besuchen Papa Flo im Rockefeller Center – Klimaanlage inklusive.  Theo tut heute das Genick noch weh vom „nach-oben-Staunen“. Spätestens seit unserem Besuch ist Flo in der Arbeit jedermann bekannt: so oft kommen Kinder und vor allem Babies wohl nicht zu NBC. Dass die Amis wahnsinnig kinderfreundlich sind, spürt vor allem Noah täglich: mit viel „awww“s und „hello cutie“s wird er durch den Tag begleitet: also wenn sich das nicht auf ein positives Selbstwertgefühl auswirkt…
Egal, wo wir hingehen, irgendjemand hilft uns immer den Buggy die Stiegen runter zu tragen oder hält uns die Türen auf und wurscht wie voll die U-Bahn ist: kaum steigen wir mit Noah ein, springt jemand auf und überlässt uns seinen Sitzplatz.
Die Erkenntnis der ersten Tage ist, dass zusätzlicher Sport in dieser Stadt nicht unbedingt notwendig ist: Wir marschieren täglich mindestens zehn Kilometer. Theo ist dabei ganz tüchtig, darf sich aber bei akuten kindlichen „Meine Füße tun soooooo weh“-Anfällen in Noahs Buggy setzen.
Erstaunlich ist, dass es in einer modernen Stadt wie New York City kaum eine Metro-Station mit Lift gibt. Was bei uns soviel heißt wie: Noah aus Buggy raus, Buggy und Noah getrennt von einander die Treppen runtertragen, Theo an der Hand halten – vorsichtig, denn „Mama weißt du, meine Hände sind noch jung und sehr empfindlich“, Buggy über die Zutrittschranken heben, mit Theo und Noah gemeinsam durch den Schranken gehen, Noah wieder in Buggy reinsetzen, schreienden Noah wieder aus Buggy rausnehmen – der Herr möchte lieber getragen werden, Noah in die Bauchtrage rein, viel schwitzen weil Noah, Bauchtrage und 40 Grad keine gute Kombination sind und dann dieselbe Leier wieder beim Aussteigen. Also das Workout sparen wir uns – ist eh zu heiß.
Trotz der Hitze haben wir in den ersten Tagen schon sehr viel gesehen und erlebt: Fährefahren von New Jersey nach Manhattan, One World Trade Center (Theo: „Warum können wir nur bis zum 102ten Stock und nicht bis zum 104ten?“), 9/11 Memorial, Karusselfahren und Picknik im Central Park (wo übrigens der Pokémon Go-Wahnsinn endgültig seinen Gipfel erreicht), Rockefeller Center.
Am Donnerstag wurde uns die Hitze dann doch zu viel und wir sind an einen der vielen New Yorker Strände gefahren: Am Manhattan Beach war Theo in seinem Element und sogar Noah hat den Ritt auf den Wellen genossen. Den gestrigen Tag haben wir im Childrens Museum of Manhattan verbracht – inklusive begehbarem Darm und klimatisierten Räumen – einfach herrlich…Überhaupt ist die Stadt super für Kinder: hunderte Spielplätze mit und ohne Wasser, Basketball- und Baseballplätze, Brettspiele zum Ausleihen und vieles mehr.
Wir schicken euch jedenfalls viele hitzige Grüße ins kalte Europa – nehmen dann doch lieber 40 statt 5 Grad…;-)