Advent, Advent, die Mama rennt.

Oder: Eine Streitschrift gegen den vorweihnachtlichen Perfektionismus!

Ich sitze hier vorm Computer und es ist 5 Uhr morgens am 30. November 2018. Dass ich so früh munter bin, ist an sich jetzt nichts Besonderes. Wer (kleine) Kinder hat, wird schlaftechnisch situationselastisch. Wenn die Kinder dann allerdings durchschlafen und mitunter sogar zu Langschläfern werden, du aber trotzdem um 4 Uhr nicht mehr schlafen kannst, dann ist etwas im Busch.

Und ich kann euch auch sagen was: Morgen ist der 1. Dezember. UAHHHH. Schon wieder. Echt jetzt? Da war man grad noch im Freibad und dann – ZACK – Advent. So geht es mir zumindest heuer. Und wie jedes Jahr denk‘ ich mir, wie konnte das passieren? Ich wollte doch dieses Jahr (so wie ich mir das in den letzten Jahren auch immer vorgenommen und nie geschafft habe) spätestens Mitte November mit sämtlichen Weihnachtsvorbereitungen fertig sein, um dann die Adventzeit so richtig genießen zu können. Nix da, jetzt sitz‘ ich also hier und fühle mich gestresst ob der Tatsache, dass morgen 48 (in Worten ACHTUNDVIERZIG) Adventkalender-Türchen gefüllt, ein Adventkranz (ok, das reicht auch übermorgen) am Tisch und schon am kommenden Donnerstag zwei Nikolaussackerl vor der Tür sein müssen.

Hier wird heute also ein Shoppingtag eingelegt und ich hoffe inständig, dass mich während des Einkaufens eine himmlische Eingebung ereilt und mir Ideen für all die oben genannten Dinge bringt. Denn natürlich hab‘ ich mir wie jedes Jahr vorgenommen, alles selbst zu machen.

Schluss damit!

Und gleichzeitig muss ich mich über meinen Weihnachtsperfektionismus ärgern. Warum so viel Aufwand betreiben? Reicht es nicht auch, einen fertigen Adventkranz zu kaufen, genauso wie Spielzeug-Adventkalender, die schon vorab gefüllt sind? Natürlich reicht das.
Den Kinder ist das völlig wurscht, sag‘ ich Euch. Oder hat schon einmal ein 3-Jähriger zu euch gesagt: „Mama, die getrockneten Orangenscheiben am Adventkranz hast du aber nicht selbst aufgeklebt, gell?“ Eben.

Also hier meine Forderung an mich selbst und an alle Weihnachtsperfektionisten da draußen. „Aufhören! Machen wir uns eine schöne Zeit!“

Ok, ok. Ich werd‘ mich jetzt nicht in die Badewanne legen und ein Glas Prosecco schlürfen (eigentlich eine tolle Vorstellung ;-). Aber ich bin fest entschlossen, heuer den Adventkranz nicht selbst zu binden, obwohl wir das in den vergangenen Jahren immer gemacht haben. Und ja, es war immer eine tolle Sache, sich gemeinsam mit den Nachbarn hinzusetzen und einen gemütlichen und kreativen Nachmittag zu verbringen. Aber heuer fehlt uns einfach die Zeit: Mag es an den Jobs, der Schule oder an was auch immer liegen. Wir werden einen schönen Adventkranz kaufen und es wird einfach wurscht sein.

Tadaaaa, der gekaufte Adventkranz. Gar nicht mal so schlecht, oder?

Adventkalender: Fertig kaufen oder nicht?

Bei den Adventkalendern bin ich dann leider nicht mehr so cool. Denn ich finde diese vorgefertigten und vorgefüllten Adventkalender nicht ganz so optimal. Ich mag keinen Lego-Adventkalender, bei dem Räuber oder Feuerwehrleute zwischen Nikolaus und Christkind herumlaufen. Ich möchte einfach selber entscheiden können, was die Kinder jeden Tag aus ihren Kalendern rausholen.

Erschwerend kommt dazu – was eigentlich ganz toll ist – dass Theo keine Süßigkeiten mag. Ja, ich weiß, ein bisschen seltsam ist das schon, aber uns soll es recht sein ;-). Also fällt der klassische Schokoadventkalender schon mal flach. Noah dagegen ist ein wahrer Süßigkeiten-Junkie, bei dem wir eher aufpassen müssen, dass er nicht zu viel Zuckerzeug erwischt. Also auch für ihn keine essbare Fülle das Aventkalenders. Und da haben wir den Salat (apropos: vielleicht sollte ich Gemüsesticks einfüllen…): Jeden Tag ein kleines Spielzeug ist nicht nur teuer, sondern auch mega-aufwändig zu besorgen. Wie gesagt, ich brauche ja 48 Kleinigkeiten.

Was sich in den letzten Jahren gut bewährt hat, sind kleine Zeitgutscheine: Also einmal den Weihnachtsmarkt besuchen, eine extra lange Weihnachtsgeschichte vorlesen – als Exklusivzeit mit Mama oder Papa. Theo hat das immer sehr genossen, drum werden wir das heuer wieder so machen. Und für den Rest werd‘ ich heute schon noch Kleinigkeiten finden: Tattoos, Sticker, Gummibälle und Pixibücher gehen schließlich immer.

12 Stunden später hab ich doch noch einen Adventkalender zustande gebracht, den zweiten schaff ich diese Nacht auch noch – bestimmt…

Nikolaus, Nikolaus, bleib doch mal zu Haus!

Natürlich nicht. Der Nikolo darf schon kommen und das wird heuer sowieso ein besonderes Happening. Denn in diesem Jahr darf der Nikolaus zum ersten Mal hereinkommen. In den letzten Jahren war Theos Respekt noch so groß, dass der Nikolaus die Sackerl nur vor die Türe stellen durfte. Das allein hat gereicht für die Aufregung. Heuer darf er tatsächlich zu uns heimkommen. Ich bin gespannt…

Jedenfalls habe ich beschlossen, dass der Nikolaus heuer pro Kind nur ein Spielzeug oder ein Geschenk bringt und ansonsten halt die üblichen Verdächtigen, wie Mandarinen, Nüsse und Schokolade. Der Besuch des Nikolos an sich soll das Besondere sein und ich erspar‘ mir den Stress. Punkt.

In diesem Sinne mache ich mir jetzt ein gemütliches Frühstück, solange die Kinder noch schlafen und vielleicht gibt es dann später noch ein Glas Prosecco. Auf eine stressfreie Vorweihnachtszeit! Prost!