Der ganz normale Wahnsinn…

Flo und Christina auf der Brooklyn Bridge

​​Fragt ihr euch manchmal, was die Oma, die Kids und ich den ganzen lieben langen Tag so machen? Ich frag mich das auch.

Denn schon sind drei Wochen unserer Reise um und ich frage mich, wo die Zeit hingekommen ist. Aber so ist das wohl im Alter und mit Kindern: die Zeit vergeht zu schnell. Unser Alltag ist hier vermutlich weniger glamourös als man sich das Leben in New York vorstellt und gar nicht so anders als unser Leben zu Haus – mit dem Unterschied, dass hier wir immer die Skyline von Manhattan als Hintergrundbild haben…
Während Papa Flo sich irgendwann zu nachtschlafender Zeit auf den Weg zur Arbeit macht (U-Bahnfahren ist ähnlich wie in Wien nachts recht „interessant“), haben sich unsere  Buben ganz dem hier üblichen mediterranen Tagesablauf angepasst und schlafen bis ca. neun Uhr: Theo auch schon mal bis 10:30 Uhr – ja, liebe Eltern ihr dürft ruhig neidisch sein, aber keine Sorge: Noah und somit auch ich sind noch recht weit vom Durchschlafen entfernt. Nach dem Aufstehen gibt´s erst mal Frühstück – bestehend, wie daheim auch aus Ei, Brot, Müsli, Marmelade und natürlich Erdnussbutter. Ihr mögt mich für verrückt halten, aber ich steh drauf. Auch zu Hause in Österreich haben wir immer Nussbutter zu Hause. Allerdings mag ich nur die ungezuckerte Version und gerne auch mal Mandel- oder Cashewbutter.
Da Noah sich hier zu einem Morgenmuffel entwickelt hat, legt er nach dem Frühstück gleich ein Schläfchen ein (Mama braucht das!!!!). Währenddessen kümmern sich Oma und ich um den Haushalt,  ich geh einmal wöchentlich in den Waschsalon zum Wäschewaschen (dazu ein andermal mehr) und wir machen uns für den Tag fertig: was momentan heißt, alle Beteiligten mit Sonnenschutzfaktor 50 auszustatten, da es immer noch sehr heiß und sonnig ist. Theo spielt derweil Dinosaurier/Flieger/Auto, malt Wolkenkratzer, kartelt mit der Oma (im Uno-Spielen ist er schon unschlagbar) oder hört mein Kinderradio – ein eigens für Kinder gemachter österreichischer Radiosender, mit Geschichten und Musik für Kids: sehr zu empfehlen und gibt´s zum Glück auch per Livestream und App.
Nach Noahs Vormittagsruhe und mit deutlich besserer Laune geht´s raus in den Park. Hier in New Jersey sind wir meist im nahegelegenen Hamiltonpark, der neben Wasserspielplatz, Rutschen, Schaukeln und Klettergerüsten auch einen Basketballplatz zu bieten hat. Theos zweite Lieblingsbeschäftigung neben dem Diskutieren über diverse Hochhäuser sind nämlich sämtliche in den USA ansässige Ballsportarten. Ihr müsstet mal unseren Ballvorrat hier sehen, schon allein dafür muss ich einen zusätzlichen Koffer kaufen…
Theo ist derart basketballbegeistert, dass er gestern zwei Stunden am Stück das Dribbeln des Balles geübt hat. So ein Durchhaltevermögen hat er sonst noch nie an den Tag gelegt – da sind Mama und Papa schon recht stolz.
Gegessen wird zu Mittag meist auswärts: Entweder eine mitgebrachte Jause oder ein gekaufter Snack, wenn wir uns mit Papa Flo irgendwo in der Stadt treffen. An ein bis zwei Tagen in der Woche fahren wir mit der U-Bahn nach Manhattan oder einen anderen Stadtteil New Yorks, um dort etwas zu unternehmen: sei es Sightseeing oder gemütlich picknicken im Central Park. Meistens verlaufen wir uns  dabei: so kann man New York auch abseits der Touristenpfade erleben…
Noah schläft zwischendurch mal im Kinderwagen oder in der Bauchtrage: ich bin begeistert wie unkompliziert das Reisen mit Baby ist und auch ein bisserl froh, dass Noah noch so klein ist und keine spezifischen Wünsche hat außer Essen, Schlafen und Kuscheln. Bei Theo schaut die Sache nämlich schon anders aus: Kein Tag vergeht, an dem er nicht morgens schon irgendwas dringend braucht und das am besten gleich gekauft werden sollte:
– einen …ball (beliebige Sportart einfügen),
– eine neue Hose („Mama, der Basketballspieler xy hat aber eine weiße Hose mit einer roten Schrift“ „Theo, ich kauf dir sicher keine weiße Hose – die ist nach fünf Minuten dreckig und dann flippst du aus“ „Ok, krieg ich ein Auto, das von selber fährt?“…grmpf)
– oder ein bestimmtes Getränk/Nascherei, die zwar supergut aussieht, dann aber eh grauslig ist und nach dem ersten Kosten nicht mehr angeschaut wird.
Abends, wenn die Sonne untergeht, wandern wir nach Hause zum selbstgekochten Abendessen. Danach wird noch ein bisschen gespielt bzw. Tagebuch geschrieben (Theo diktiert, Oma schreibt auf – Auszüge daraus gibt es demnächst).
Frisch gebadet – unglaublich, wie dreckig wir alle am Ende des Tages sind – gehts ab ins Bett. Auch für die Kinder meist nicht vor 21 Uhr. Zu Hause wäre mir das viel zu spät, aber da sich hier sowieso alles nach hinten verlagert, ist das nicht weiter schlimm. Da wir kaum fernsehen (noch mehr Werbepausen als daheim), lesen und tratschen die Erwachsenen noch ein bisschen bis auch wir hundemüde ins Bett fallen.

Theo und Oma schaukeln Noah

Also wie ihr seht, ist unser Tag gut ausgefüllt aber durch die Kinder zum Glück recht entschleunigt: Während wir bei früheren Städtetrips mindestens fünf Sehenswürdigkeiten täglich abgeklappert haben, heißt es nun oft schon nach dem Verlassen der Wohnung: „Uns reicht´s – wir gehen schaukeln!“