Der Morgen des Grauens

Ich muss mir heute etwas von der Seele schreiben. Vielleicht hat ja jemand den entscheidenden Tipp für uns.

Wir haben momentan von Montag bis Mittwoch furchtbar aufreibende, nervenzerreißende und stressige Starts in den Tag. Irgendetwas mach‘ ich falsch und ich würde es gern anders haben.

Warum Montag bis Mittwoch? Weil ich an diesen Tagen arbeite und zum Zug muss, um nach Wien ins Büro zu fahren. Das heißt, vorher müssen beide Kinder im Kindergarten sein, nach Möglichkeit angezogen und nicht mehr schlafend…

Anziehen? Geh Mama, stress‘ nicht so herum

Zwei unterschiedliche Kindergärten versteht sich – wenn schon denn schon. Theo geht in den normalen Gemeindekindergarten und Noah in die Krabbelstube – die sich zwar am Weg zum „großen“ Kindergarten befindet, aber eben doch in einem anderen Haus ist. Und das wird sich auch so schnell nicht ändern, weil Theo ja im Herbst in die Schule wechselt (wie es uns bei der Schuleinschreibung gegangen ist, könnt‘ Ihr hier noch einmal nachlesen). Auch wenn Noah dann auch in den Gemeindekindergarten gehen kann. Also wieder zwei Häuser. Ich muss den Stress also irgendwie in den Griff bekommen – ich weiß nur noch nicht wie.

Hier ein kurzer Abriss der Szenerie des dannerischen Morgens:

  • Flo fährt zu nachtschlafender Zeit um 2:50 Uhr in die Arbeit
  • Mein Wecker läutet um 5:45 Uhr oder um 6:30 (je nachdem, ob ich mich zu einer Trainingseinheit aufraffen kann oder nicht)
  • Dann versuche ich mich komplett für den Tag fertig zu machen: duschen, anziehen, schminken – es ist schon ein großer Erfolg, wenn ich es bis hierhin schaffe, bevor eines der Kinder aufsteht.
  • Jause für die Kinder herrichten und Frühstück machen
  • Um 7:15 Uhr wecke ich Theo auf, der natürlich nicht aufstehen mag und grantig ist
  • Im besten Fall schläft Noah weiter…
  • Theo zieht sich an, kommt frühstücken
  • Optimalerweise frühstücken Theo und ich gemeinsam bis ungefähr 7:30 Uhr
  • Dann Noah aufwecken und warten bis er nach gefühlten drei Stunden tatsächlich munter ist (ich hasse es, ein schlafendes Kind wecken zu müssen – das war doch immer erstes Eltern-No-Go)
  • Noah anziehen und zum Frühstück setzen
  • Mittlerweile ist es 7:50 Uhr – in 20 Minuten müssen wir das Haus verlassen
  • Beiden Kindern die Zähne putzen, meine nicht vergessen
  • Meistens muss genau jetzt noch mindestens einer groß aufs Klo
  • Beide Kinder in die Winterjacken, Hauben, Handschuhe, Schals reinstopfen – inklusive Schweißausbruch meinerseits
  • beide Rucksäcke den Kindern umhängen
  • im Falle von Schnee beide Schihosen mitnehmen
  • Theo rausjagen
  • Noah, Rucksack, Handtasche, Schihosen zum Auto schleppen
  • Beide Kinder anschnallen und losfahren

Ihr seht also ich stehe mittlwerweile teilweises um 5:30 Uhr auf, um in Wien um 9:30 Uhr in der Arbeit zu sein – ich mein‘, da bin ich ja schon wieder müde, wenn ich schließlich im Büro sitze.

Nicht erwähnt bei meiner kleinen, feinen Auflistung habe ich die hervorragende Stimmung, die währenddessen im Hause Danner herrscht. Seit den Weihnachtsferien mag Noah nämlich überhaupt nicht mehr in den Kindergarten gehen. Er macht derzeit einen riesen Entwicklungsschub durch und hängt sehr an mir. Schon beim Erwähnen des Wortes mit K bricht er in Tränen aus und das geht dann oft durchgängig so, bis ich ihn in den Kindergarten gebracht habe. Wo er sich, sobald ich weg bin, eh gleich wieder beruhigt und fröhlich spielt, singt und bastelt – wie uns die Betreuerinnen erzählen. Er will mir halt nur zeigen, dass er das so nicht in Ordnung findet. Danke, hab‘ ich verstanden…

Also weint und biezelt Noah während sich Theo natürlich bei jedem Kleidungsstück gefühlt eeeeewig Zeit lässt. Und ich kann mich schon nicht mehr hören, wenn ich zum 1.012.923. Mal sag‘: „Komm Theo, bitte gib‘ Gas, wir müssen los.“ Nicht selten endet das Ganze schimpfend, was ich ja eigentlich überhaupt nicht will.

Zumindest einer ist schon fertig angezogen – ein kleiner Erfolg

Aber was kann ich machen? Wie machst ihr das in der Früh, damit ihr mit den Kindern rechtzeitig und vor allem halbwegs entspannt außer Haus kommt?

Tipps und Tricks – obs klappt?

Also, was tun, damit ich nicht völlig gestresst und mit Schnappatmung schließlich am Bahnsteig stehe? Mal sehen, ich hab‘ mal ein bisschen  zum Thema recherchiert. Welche Tipps finden wir also im Netz:

  1. Arbeitsteilung: Also der Tipp wäre, sich mit dem Partner den Morgen aufzuteilen, also jeder Elternteil übernimmt zum Beispiel morgens ein Kind und schaut, dass es zur gewünschten Zeit fertig ist. Klingt toll und machen wir auch in der einen Woche im Monat, in denen Flo keinen Frühdienst hat und morgens noch im Haus ist. Gelingt aber nur bedingt, da die Kinder deshalb nicht weniger trödeln, aufs Klos müssen, etc.
  2. Jause schon am Voraben herrichten: Ganz ehrlich? Das möchte ich nicht, außer die Nahrungsmittel sind ohnehin im Ganzen, wie zum Beispiel eine Banane oder so. Aber wer möchte denn schon „lätscherte“ Gurkenstücke, Paprika oder Marmeladebrote essen? Die Jause werde ich weiterhin morgens richten, kostet mich nicht arg viel Zeit und ich mache es ohnehin meist nebenher: Entweder während die Kinder noch schlafen oder während sie frühstücken.
  3. Kleidung der Kinder schon am Vorabend rauslegen: Ja, auch ein guter Vorschlag, den ich gerne für mich selbst nutzen möchte. Die Kinder sind (momentan) recht unkompliziert und ziehen meistens das an, was ich ihnen raussuche. Ich bin da schon anspruchsvoller und brauche relativ lang, mich zu entscheiden, was ich anziehen mag. Wenn ich mir also vielleicht am Vorabend schon mein Gewand rauslege, entfällt dieser Entscheidungsprozess… Möglicherweise…
  4. Früher aufstehen: Das mache ich ja mittlerweile täglich, weil ich es extrem schätze, vor den Kindern fertig zu sein. Den nichts versaut einem den Lidstrich mehr, als ein Kleinkind, das permanent an der Hose herumzupft… 😉 Und mittlerweile ist es auch so, dass sie mir nicht mehr nur beim Duschen zuschauen, sondern am liebsten mitduschen möchten – dann kann ich mir allerdings den Zug um 8:30 Uhr gleich in die Haare schmieren.
  5. Kinder früher aufwecken: Ich glaube tatsächlich, dass hier die Krux bei uns begraben liegt. Beide Kinder kuscheln morgens noch gerne weiter nach dem Aufwecken und sind fast nicht aus dem Bett zu bringen, was ich völlig einleuchtend finde. Wenn da schon der Stress anfängt, ist das natürlich nicht optimal. Gut wäre es vermutlich, den Kindern eine halbe Stunde länger Zeit zu geben. Aber ich tu‘ mir da echt schwer, sie aufzuwecken, wenn sie noch so gut schlafen – mir graut schon vorm Herbst, wenn wir zeitig in der Schule sein müssen…
  6. Zeit lassen und den Druck rausnehmen: Ja, in der Theorie weiß ich ja, dass es gar nichts bringt auf die Uhr zu schauen, wenn die Buben eh schon herumzicken, am Klo sitzen oder trotzig am Boden liegen. Mein Stress macht es nur schlimmer… Und trotzdem: Der Zug fährt halt auch ohne mich. Klar könnte ich auch mit dem Auto nach Wien fahren. Aber dann muss ich halt mit Stau, Parkplatzsuche und so weiter rechnen und Zugfahren ist grundsätzlich immer die bessere Entscheidung. Natürlich wäre es nicht so schlimm, wenn ich einmal eine Stunde später in die Arbeit komme, aber das ist ja auch keine Dauerlösung.

Diese Tipps beherzigen wir mehr oder weniger schon, ich bin aber immer noch auf der Suche nach der besten Lösung für uns alle. Also, wenn ihr Tipps habt, bitte nur her damit. Ich freue mich!