die letzte Rettung vorm Aufgeben…

Ich sags euch: Vom Wetter her könnt‘ von mir aus das ganze Jahr über der heutige Tag sein. 20 Grad und Sonnenschein – genau meins. Und eines müssen alle Sommerfetischisten da draußen schon zugeben: Schlafen tut es sich schon auch besser, wenns ein bisserl kühler ist, gell?

Wir starten jedenfalls mit Vollgas in den Herbst. Kindergarten, Arbeit und ein, zwei „winzigkleine“ Projekt des Herrn Danner beschäftigen uns gerade sehr. Aber eins nach dem anderen.

Kindergartenkind Noah 

Ich geb‘ es zu: Ich war kurz davor aufzugeben. Noah wieder rauszunehmen aus dem Kindergarten, das schlechte Gewissen zu beruhigen, seinen und auch meinen Trennungsschmerz zu beenden. Letzte Woche um diese Zeit hab‘ ich Flo folgende Whatsapp-Nachricht geschrieben: „Mir gehts gar nicht gut mit der Sache. Vielleicht müssen wir ihn doch wieder rausnehmen. Lass‘ uns nachher drüber reden.“ Meine Güte, ich krieg‘ immer noch Bauchweh, wenn ich an unseren kleinen Bub denk‘, wie er sich an mich geklammert hat beim Verabschieden im Kindergarten, das Herz hab‘ ich mit ihm dort gelassen und beim Warten daheim sind die Tränen gekullert. Aber Flo hat mich – zu Recht – überzeugt, stark zu bleiben, die ersten Wochen durchzuhalten. Er weiß ja genau, wie es mir geht  – schließlich hat er ja mit Noah die erste Woche der Kindergarteneingewöhnung übernommen – hier gehts zu seinem Erfahrungsbericht. Er hat mich in den Arm genommen und gesagt: „Wenn es nach dem ersten Monat noch nicht besser ist, überlegen wir uns was, ok?“ Ich hab genickt und in seinen Pullover geheult.

Aber wisst ihr was? Diese Woche läufts!!!!
Mittlerweile bleibt Noah schon drei Stunden und es gefällt ihm richtig gut. Und – Trommelwirbel – heute gabs zum ersten Mal gar keine Tränen beim Verabschieden in der Früh. Nix, nada, niente. Was geholfen hat? Theo. Theo: unsere letzte Rettung vorm Aufgeben. Allein dafür lieb ich unseren Großen. Seit Theo Noah in den Kindergarten begleitet, wird’s besser. Ich glaub‘, es hilft Noah, dass er weiß, dass jetzt alle gemeinsam das Haus verlassen und auch Theo in den Kindergarten geht. Mir fällt ein Stein, nein, ein Berg vom Herzen. Ab nächster Woche darf Noah dann schon bis zum Mittagessen bleiben. Schön langsam finden wir einen Rhythmus.

Theo ist für Noah eine große Unterstützung am Weg in den Kindergarten.

 

Working Mum Christina

Warum Noah überhaupt schon so jung in den Kindergarten muss? Weil ich schon seit einigen Wochen immer montags und dienstags wieder arbeiten geh‘. Ich arbeite in einer PR-Agentur und mir macht mein Job richtig Spaß. Und deshalb wollte ich nach fast zwei Jahren Pause wieder zurück in die Arbeitswelt. Ich fühl‘ mich einfach ausgeglichener, wenn ich ein paar Stunden in der Woche aus dem Haus und dem Mamaleben rauskommt. Versteht mich nicht falsch, ich liebe unsere Kinder und ich verbringe gerne Zeit mit ihnen. Aber ich brauch‘ den Ausgleich in der Erwachsenenwelt. Deshalb war es für mich wichtig, wieder arbeiten zu gehen. Jeder und jede soll das bitte für sich selbst entscheiden, ich kann da nur von mir selbst sprechen. Und meinem Hirn und Selbstbewusstsein tut es momentan sehr gut, zwei Tage die Woche dem Job nachzugehen. Mittwochs ist dann mein Homeoffice-Tag, an dem ich künftig von daheim aus arbeite und auch dieses dritte Baby hier, unseren Blog, vorantreiben möchte. Es soll hier auch wieder regelmäßiger etwas passieren.

 

back in the office – mein neues Ich als Workingmum

Für alle Mamas und Papas da draußen, die auch wieder in den Job zurückkehren, hab‘ ich folgende Tipps, wie es vielleicht ein bisschen leichter geht:

  • Ihr seid nicht allein: Wir alle haben ein schlechtes Gewissen und fühlen uns als schlechteste Eltern dieser Erde, weil wir jetzt nicht mehr 24/7 unsere Kinder betreuen. Aber ihr habt die bestmögliche Kinderbetreuung ausgesucht, die es für eure Kids gibt und daher wird es gut klappen! Das schlechte Gewissen bleibt uns vermutlich trotzdem noch die nächsten 10 bis 15 Jahre… 😉
  • Schnelle Verabschiedung: Ich kann es gar nicht oft genug sagen – auch wenns hart ist und der Abschiedsschmerz groß. Verabschiedet euch herzlich, aber zügig von den Kindern und verlasst dann den Kindergarten. Die Pädagoginnen wissen, was sie tun und können die Kleinen viel besser ablenken, wenn   Mama oder Papa gegangen sind.
  • Erzählt euren Chefinnen, Chefs und Arbeitskollegen von der Situation. Es ist ein großer Schritt, die Kinder in den Kindergarten zu geben oder bei der Oma oder bei dem Babysitter zu lassen – auch für euch. Wenn ihr offen über euren neuen Alltag sprecht, ist das Verständnis sicher größer, wenn die Gedanken mal zu Hause und nicht bei der Arbeit sind… 😉

Vorschulkind Theo

Drei Vormittage geht Noah also ab sofort in den Kindergarten und die Mama arbeiten. Theo ist heuer schon eine sogenannte „Lernraupe“, also ein Vorschulkind im Kindergarten. Wie konnte er nur so groß werden? Er ist heuer der Älteste in der Gruppe und auch der Größte. Und das zelebriert er auch: Er ist heuer quasi der Chef der Bande, in der Früh marschiert er in den Kindergarten wie der Vorstandsvorsitzende in den Großkonzern: Lässig grüßt er seine Kollegen und gibt den Kleineren in der Garderobe Anweisungen, wo die Schuhe hinzustellen sind und wer auf welchem Platz sitzt. Dann werden die aktuellen Geburtstagseinladungen besprochen usw. Die Mama wird dabei schon links liegen gelassen, wenn ich nicht auf meine Verabschiedungsumarmung bestehen würd‘. Wie lang wird’s wohl noch dauern, bis zum ersten „Mama, du bist so peinlich!“?

Wie ihr seht, es ist momentan eine Achterbahn der Gefühle für uns Eltern, aber wir werden das hinkriegen.

Unser großer, mutiger Theo – wie schnell die Zeit vergeht

Wandersmann Flo

Und was macht eigentlich der Papa? Der arbeitet momentan wiedermal wie verrückt. Neben seinem ohnehin schon super fordernden Job, allein die Dienstzeiten würden mich schon umbringen, plant, dreht und organisiert er schon sein nächstes Projekt. Denn ab Mitte September gehts für meinen Mann quer durch Österreich und das zu Fuß. Er wird vom westlichsten Ort bis zum östlichsten wandern und in jedem Bundesland mit Wählern über deren Wahlmotive und Anliegen an die Politik zu sprechen. Er wird natürlich auch hier am Blog darüber berichten, wie es ihm dabei geht. Vor allem das lange Gehen wird in der ersten Tagen eine Herausforderung sein. In der Kronen Zeitung erzählt er, was es mit der ganzen Sache auf sich hat. Zum Artikel geht´s hier…

Wie ihr seht, wird uns auch in den nächsten Wochen nicht fad, aber wir wollen es ja nicht anders. Ich freu mich auf einen aufregenden Herbst und noch mehr darüber, dass ihr uns hier begleitet!!!

Seit ich wieder arbeiten geh‘, wird die gemeinsame Zeit doppelt genossen.