Die Sache mit den Freibädern…oder warum weiße Kleidung Pflicht ist…

Theo und Flo unter strenger Aufsicht

Dass hier in New York gerade der heißeste August in der Geschichte der Stadt zu Ende gegangen ist, könnte uns Österreicher eigentlich vollkommen kalt lassen. Wären da nicht die bemerkenswerten Baderegeln, die uns als gelernte Freibad- und Seebesucher staunend zurücklassen.

Als wir nach getaner Arbeit bei einer Hillary Clinton-Rede im Städtchen Scranton in Pennsylvania zur Abkühlung noch ins örtliche Freibad gehen, wundern wir uns zuerst über die sonderbaren Öffnungszeiten. Wer in Scranton nämlich vor 12 Uhr Abkühlung sucht, sucht vergeblich. Das Freibad sperrt erst zu Mittag auf. Soweit, so erträglich, weil wir erst viel später dort ankommen.

Im Becken fallen uns dann die Bademeister auf. Es sind nicht weniger als sechs Damen und Herren für zwei 25-Meter-Becken, alle auf einem „Hochstand“ und mit Baywatch-Rettungsboje.

Nach ungefähr zwei Längen, die nächste Überraschung: Alle Bademeister pfeifen synchron und rufen „Raus aus dem Becken“. Was wir zuerst für einen Zwischenfall mit einem anderen Badegast oder der Wasserqualität halten, stellt sich als Routine heraus. Bademeister müssen dort alle zwei Stunden eine 15-minütige Pause einlegen. Weil alle Bademeister gleichzeitig pausieren, werden die Becken so lange gesperrt. Wer das missachtet, kann sich richtig was anhören.

Als wir all das als „ungewöhnliches Badeerlebnis“ abhacken, wissen wir noch nicht, was uns bei weiteren Freibadbesuchen in New York bevorsteht. Scranton gilt nämlich, zurecht, als höchst unkompliziertes Gewässer.

Wer in einem der Freibäder in New York City baden geht, sollte vorher die Liste der verbotenen Mitbringsel durchgehen. Wer eine Jause im Badegepäck hat, wird bei der Eingangskontrolle wieder heimgeschickt. Ebenso, wer glaubt, ein Handy mitnehmen zu müssen. Sogar Zeitungen sind in New Yorker Freibädern verboten, sie könnten durch Wind zu Müll werden.

Was man dankenswerterweise mitbringen darf, ist Badekleidung. Es muss aber die richtige sein. Burkini geht nicht. Herren werden genau kontrolliert, ob sie eine echte Badehose tragen und nicht einfach nur eine kurze Hose ohne Badeeinsatz. Und das Beste: Wer sich vor der Sonne schützen will, darf zwar ein Leiberl tragen. Es hat aber weiß zu sein. Bunte T-Shirts sind in Poolnähe strengstens untersagt. Auch das führt zu Verweisen von Bademeistern, von denen es ja genügend gibt.

Meine kämpferische Idee für nächsten Sommer: Mit Regenbogen-Shirt, falscher Badehose, Zeitung, Handy und selbstgemachter Essigwurst fahr‘ ich an den Traunsee. Es lebe die Bade-Revolution!

 

Autor: Flo Danner