Dienstags wär’ ich gern eine Frau

Flo mit den Buben am Weg zum Kinderturnen

Meine Mama hat Kinderfotos von mir mit gaaaaaaanz vielen Kindergarten- oder Schulkolleginnen. Es sind Fotos von der Geburtstagsfesten der Mädels, die mich damals als einzigen Burschen eingeladen haben. Ich war früher oft der Quotenbub. 

So ungefähr ist das heute auch manchmal. Weil durch meinen Café Puls-Job mein Arbeitstag um 2.45 Uhr anfängt, ist in den meisten Fällen mein Arbeitstag auch früher vorbei als bei vielen anderen Papas. Und das hat wieder den Vorteil, dass ich meine Nachmittage je nach Terminen mal früher, mal später mit unseren zwei Burschen verbringen kann und meine Frau Zeit für sich oder ihre Arbeit hat.

Unsere „Männer-Nachmittage“ verbringen Theo, Noah und ich dann im Garten, am Spielplatz, im Zoo – oder mit vielen erwachsenen Frauen. Bei Noahs Babyschwimmen zum Beispiel immer am Dienstag: Sieben Babys, sechs Mamas und ich. So müssen sich Quotenfrauen in den männerdominierten Aufsichtsräten fühlen. Nur, dass die Sitzungen in den Vorstandsetagen meistens nicht in Badebekleidung stattfinden.

Oder bei Theos Kinderturnen in der örtlichen Volksschule: Viele Kinder und zwei Trainerinnen im Turnsaal, viele Mütter wartend am Spielfeldrand und ich. Ob im Schwimmbad oder im Turnsaal: Oft ergibt sich zwischen den fremden Müttern recht schnell ein Gespräch, im Umgang mit dem einen Mann gibt es eine kleine Beißhemmung. Und die hatte ich zugegebenermaßen am Anfang auch – vor allem weil zu Theos Turnanfängen der Kurs noch „Mutter-Kind-Turnen“ geheißen hat und ich dadurch ja quasi nicht wirklich als Begleitung durchgegangen bin.

Eines Abends wollte Theo beim Heimgehen auch wissen: „Papa, warum sind bei allen anderen eigentlich die Mamas mit und nur bei mir nicht?“ Mittlerweile findets Theo aber (meistens) cool, dass er sich mit Papabegleitung von den anderen abhebt.

Und ich hab’ meine Rolle auch gefunden. Wenn die Trainerinnen die Langbänke, den Barren, das Reck oder die Matten brauchen, bin ich der tragende Assistent. Für irgendwas müssen wir Papas ja auch gut sein

Autor: Flo Danner