Eine (ungeplante) Hausgeburt

Gestern waren die Mama und ich also im WOMAN-Magazin, ich kann es immer noch nicht ganz glauben. Ja, es stimmt schon, durch Flos Job sind wir mediale Aufmerksamkeit gewöhnt, aber halt nur er. Mich betrifft das  meistens nicht. Darum ist dieser Artikel auch so besonders, weil es hier um meine Mama und mich geht.

Ich freu mich so. Als die liebe Kathi Dormiter von der Woman gefragt hat, ob jemand ein besonderes Vertrauensverhältnis zu einer bestimmten Person hat, hab ich sofort HIER! gerufen. Denn so kann ich endlich einmal richtig DANKE sagen. Nämlich „DANKE MAMA!“. Meine Mama ist seit jeher ein große Stütze für mich. Sie ist immer für uns da, wenn Not am Manne (oder eher an der Mama) ist. Wir könnten so vieles nicht machen…Flos Österreichdurchquerung zum Beispiel (er ist ja grad zu Fuß durchs ganze Land unterwegs – wie es ihm dabei geht, erzählt er hier.).

Meine Mama mit Theo und Noah

Ohne meine Eltern könnte er das so nicht machen, weil ich auch arbeiten gehe und wir sonst niemanden für die Kinder hätten. Schon immer sind mir meine Eltern mit Rat und Tat zur Seite gestanden, mit viel Geduld und Liebe. Doch der Grund für die WOMAN-Story ist ein ganz besonderer.

Noah wollte lieber daheim auf die Welt kommen
Ich bin eigentlich ein Mensch, der Sicherheit braucht. Ich plane gern im Voraus und möchte wissen, was mich erwartet. Mit Kindern ist das meist so eine Sache. Aber Spontaneität gehört nicht gerade zu meinen Stärken.

So wie bei Theo auch hatten wir geplant, Noah in einem Krankenhaus zur Welt zu bringen. Schon bei Theos Geburt war es so, dass wir zwar wenige Stunden nach der Geburt wieder heimgegangen sind, die Sicherheit, im Krankenhaus für den Notfall alle Möglichkeiten zu haben, war aber wichtig für mich. Und genauso wollte ich es bei Noah auch haben. Nur eine eigene Hebamme sollte diesmal dabei sein.

Entschieden haben wir uns für die fabelhafte Martina Klasz vom „Geburtshaus von Anfang an“. Sie würde uns in die Klinik begleiten, während meine Mama auf Theo aufpasst. Nachdem Theos Geburt 25 Stunden gedauert hat, war ich mir sicher, dass wir auch bei Noah genügend Zeit hätten, die 30 Minuten ins Krankenhaus zu fahren. Doch es kam natürlich anders.

Eine Geduldsprobe – nicht noch ein Weihnachtsbaby
Schon zwei Wochen vor dem errechneten Geburtstermin ist meine Mama bei uns eingezogen, weil ich felsenfest davon überzeugt war, Noah würde wie Theo mindestens eine Woche zu früh kommen. Er und dementsprechend mein Bauch waren zu diesem Zeitpunkt schon riiiiiiesig…Die Mama hat sich um alles gekümmert und geschaut, dass es allen gut geht.

Doch Noah ließ auf sich warten und ich wurde immer ungeduldiger – schließlich kam Weihnachten mit großen Schritten daher und da ich selbst am 24. Dezember Geburtstag habe, wollte ich auf keinen Fall, dass Noah auch an einem Weihnachtsfeiertag zur Welt kommt.

Noah hat es bis zum Schluss spannend gemacht

Nach einigen erfolglosen Versuchen, die Wehen in Gang zu bringen (schon mal einen Wehencocktail getrunken? Pfui Teufel, sag ich da nur…), entschieden wir uns schließlich gemeinsam mit unserer Hebamme, die Fruchtblase zu öffnen. Da es bei Theo nach dem Blasensprung immer noch 25 Stunden gedauert hat, bis er endlich zu uns gekommen ist, sahen wir dem Ganzen recht entspannt entgegen. Tatsächlich war es dann aber so, dass durch die Größe des Babys und der großen Menge Fruchtwasser die Gebärmutter keine ordentlichen Wehen produzieren konnte. Durch die Blasenöffnung änderte sich diese Situation allerdings recht schnell.

Ein Baby vom Christkind
Lange Rede – kurzer Sinn: nur 90 Minuten nach dem Blasensprung wurde unser Noah in unserer Badewanne daheim geboren. Während der Geburt kam mir nicht einmal in den Sinn, dass wir jetzt noch ins Krankenhaus fahren sollten. Ich war so mit mir selbst beschäftigt und vertraute Martina blind. Flo allerdings überlegte schon ständig, wie er mich noch über die Stufen zum Auto raufbringen könnte.

Während der ganzen Action schlief Theo seelenruhig in seinem Zimmer. Hebamme Martina hat uns später gesagt, dass sie noch nie eine Hausgeburt erlebt habe, während der ein Geschwisterkind aufgewacht wäre – die würden schon spüren, dass schlafen jetzt ganz gut ist.

Meine Mama allerdings war nicht ganz so entspannt, sie ist im Wohnzimmer herumgetigert und hat nur darauf gewartet, dass wir endlich losfahren. Doch dann am 23. Dezember um 23:50 hat sie Flo zu uns ins Bad geholt, wo sie Noah auch gleich bewundern konnte. Schöner hätte die Geburt nicht sein können. In den eigenen vier Wänden, mit meinen Liebsten um mich herum. Sogar meinen Papa hat die Mama noch aufgeweckt, um sein insgesamt viertes Enkerl noch persönlich zu begrüßen. Und dann gleich im eigenen Bett schlafen, das war schon toll. Und das obwohl ich nie und nimmer der Typ für eine Hausgeburt bin. Unsere Hebamme aber sagte später: „Insgeheim hab ich immer damit gerechnet, dass ihr den Noah daheim bekommt.“

Flo mit Noah, im Hintergrund kocht Theo mit Oma und Opa

Und Theo? Der ist am nächsten Tag ganz locker zu uns ins Schlafzimmer spaziert und hat nur gemeint: „Ich hab eh gewusst, dass das Christkind den Noah bringt.“

Mama und ich in der WOMAN