Einrichtungstipps für gestresste Eltern

Ich sag‘ ja immer: Schöner wohnen gibts dann wieder in zehn Jahren. Wie heißts so schön: Aufräumen, wenn die Kinder daheim sind, ist wie Zähneputzen während man ein Nutellabrot isst.

Und genau so ist es. Mit kleinen Kindern bleibt der Haushalt oft auf der Strecke, von Deko und Verschönerung fang‘ ich gar nicht erst an. Aber ist es wirklich so schwer, sich schön einzurichten, obwohl Kinder da sind? Das kann doch nicht sein!

Praktischerweise hab‘ ich da eine Expertin an der Hand: Meine wunderbare Schwägerin Trine ist nämlich Interieur-Bloggerin auf www.parsleyofhappiness.com, Journalistin und kennt sich aus in Sachen easy living und unkompliziertes Einrichten mit Wow-Effekt. Ich hab‘ sie um einen Gastbeitrag gebeten, wie es uns gelingen kann, trotz dem alltäglichen Mama-Papa-Wahnsinn mit ein paar Tricks ein Zuhause nach unserem kinder- und elternfreundlichen Geschmack zu schaffen. Bitte, Trine: Leg‘ los!

Trine Saustroe ist gebürtige Norwegerin, freie Journalistin und Bloggerin auf www.parsleyofhappiness.com

„Hallo zusammen! Ich habe mir immer überlegt, wie der Tag wird, wenn ich meine ersten Hasspostings bekomme. Und ich habe das Gefühl, dass dieser Tag jetzt gekommen ist… Mit Einrichtungstipps für gestresste Eltern bewege ich mich auf dünnem Eis. Ihr seid ja schon gut ausgelastet mit Kindern, Haushalt, Job und dann komme ich mit Einrichtungstipps daher. Sagt mal, hab‘ ich sie noch alle?? Nichts desto trotz: Hier sind vier gut gemeinte und hoffentlich hilfreiche Tipps für gestresste Eltern und auch für alle anderen, die mit wenig Aufwand große Wirkung erzielen möchten.

Tipp Nummer 1: Aufräumen

Und schon wird es kritisch. Bereits dieser Tipp lässt Euch hysterisch auflachen oder bitterlich weinen. Mit Kindern war die Wohnung gefühlt zuletzt kurz vor der Geburt aufgeräumt. Richtig?

Es mag unmöglich klingen, aber Aufräumen ist wirklich die halbe Miete. Habt ihr etwa je eine Wohnung in `Schöner Wohnen` gesehen, wo das halbe Frühstück noch unter dem Tisch lag oder der mit Matsch verschmierte Gummistiefel tief zwischen den Sofapolstern steckte? Nein? Dachte ich mir.

Eine aufgeräumte Wohnung schafft man nur mit drei Dingen: Stauraum, Stauraum und Stauraum. Es gibt viele Couchtische mit großen Schubladen oder Du verwendest gleich eine Kiste oder Truhe als Couchtisch. Statt offenen Schuhregalen nimm‘ einen Schuhkasten oder eine Kommode. Generell sind offene Regale eher problematisch: Siehe nächster Tipp.

Aufräumen und Kästen zu – das Wundermittel für schickes Wohnen

Tipp Nummer 2: Vermeide offene Lösungen

Offene Lösungen, bei der Du von der Terrasse in das sonnendurchflutete Wohnzimmer, durch die minimalistische Küche direkt in die offene Glasdusche sehen kannst sind zwar spektakulär, aber eher unpraktisch.

Das gleiche gilt für Glasvitrinen und offene Wandregalsysteme. Es sieht zwar super aus, wenn in der Küche drei weiße, leicht überteuerte Schüsseln alleine neben einander stehen. Wenn aber noch der Autoschlüssel, das Babyphone und ein paar Reservewindeln dazukommen, ist es nicht mehr so prickelnd. Aber irgendwo müssen ja die Sachen hin, oder?

Ihr müsst nicht ganz auf Vitrinen oder offene Regale verzichten, weniger ist hier eben mehr, denn so viele Sachen, die offen zur Schau gestellt werden wollen, haben die wenigsten.

Tipp Nummer 3: Bleibe bei einer Farbe

Und obwohl Instagram was anderes vermuten lässt, muss diese Farbe nicht zwangsläufig weiß sein. Aber ein mehrfärbiges Farbkonzept, wie roségold/schwarz/melone ist nur viel Arbeit. Die meisten von uns müssten das Haus von Grund auf neu einrichten und jahrelang nach passenden Einrichtungstücken in der richtigen Farbe suchen. Klingt spannend, ist aber weder machbar, noch im Budget.

Am einfachsten, günstigsten und effektvollsten ist es, bei einer Farbe zu bleiben. Hier kannst Du dann auch zu leicht unterschiedlichen Nuancen dieser Farbe greifen.

Sucht Euch ein Möbelstück oder ein Einrichtungsteil aus, das Ihr mögt. Zum Beispiel ein rosarotes Bücherregal von der Oma. Danach sammelt ihr alles, was ihr im Haus in diesem oder ähnlichem Farbton habt (rot, hellrosa, barbiepink, weihnachtsrot, hot pink etc.) und stellt es in dem Raum dazu.

Eine Vase, die im Bad stand, ein paar Bücher mit einem roten Rücken, Kissen vom Gästezimmer, einen Blumentopf, der letzten Sommer auf der Terrasse stand. Das wird mit einer Basisfarbe kombiniert. Hier dürft Ihr weiß, grau oder sogar Schwarz nehmen, denn oft sind ja die Wände weiß.

Schwuppdiwupp und der Raum wirkt stimmig.

Natürlich könnt Ihr Euch auch hier weiter austoben. Wände, Sockelleisten und/oder Türblätter streichen, neue Vorhänge und Dekogegenstände kaufen, einer Lampe einen neuen Lampenschirm verpassen etc. So ganz ohne shoppen geht es ja irgendwie auch nicht.

Der Vorteil ist, Ihr müsst nicht zwingend mit einem Farbmuster herumlaufen. Es reicht, wenn es in dem gleichen Farbton bleibt oder die Farbe im Muster vorkommt.

Colourmatching: Steht im Raum ein grüner Kachelofen aus dem Jahre Schnee, wird das Farbkonzept halt Grün

Tipp Nummer 4: Textilien

Last but not least ein absolutes MUSS (Man achte auf die Großbuchstaben, ich meine es ernst):

Wenn Ihr nicht zu Textilmöbel, Stoffvorhängen oder dicken Teppichen greifen mögt, gehören mindestens eine Decke, ein paar Kissen und/oder eine Tischdecke in den Raum. Idealerweise in der gleichen Farbe, siehe Tipp 3.

Ich weiß, Glas, Leder und Kunststoff sind ja soooo praktisch. Praktisch ist aber in der Regel nicht gemütlich. Mit Kindern läuft die Waschmaschine sowieso immer, dann muss halt die Decke und das Tischtuch hin und wieder mitgewaschen werden (ok, ok, quasi jeden Tag). Aber dafür ist der Raum immer behaglich, auch im Herbst und Frühling, wenn die Heizung nur auf Sparstrom läuft und das Haus schnell kühl wirkt.“

 

OK, es muss nicht gleich radikal skandinavisch werden, aber Textilien gehören einfach dazu.

 

Wow, danke Trine für die tollen und ehrlichen Tipps. Und jetzt entschuldigt mich, ich geh‘ mal eben umräumen… 😉

Alle Infos über Trine und ihr Arbeit findet Ihr hier.