Einschlafmarotten: von Bauchgekraule und Augenmassage

Ich muss schmunzeln, wenn ich diese Zeilen schreibe, obwohl mich so manche Marotte der Kinder echt wahnsinnig macht. Aber wenn ich mit anderen Mamas und Papas über die Einschlafgewohnheiten des Nachwuchses spreche, hört man wirklich die skurrilsten Geschichten. Manche davon sind echt zum Brüllen!

Ich weiß nicht warum, aber viele Kinder haben ganz bestimmte Gewohnheiten um in den Schlaf zu finden. Theo hat zum Beispiel immer eine Hand zwischen meinen (bzw. Flos) Rücken und Bett/Matraze/Wand schieben müssen, damit er in den Schlaf gefunden hat. Mich wunderts, dass die Hand das überlebt hat und tatsächlich noch immer durchblutet ist. Außerdem konnte Theo eine Zeit lang nur einschlafen mit einer Stoffwindel über dem Gesicht. Keine Ahnung, wie man das aushalten kann, aber er hat es eben gebraucht. Ganz im Gegensatz zu Noah, der ganz narrisch wird, wenn er beim Einschlafen irgendwas im Gesicht hat. Wange streicheln oder so? Fehlanzeige, braucht kein Mensch – zumindest nicht in Noahs Welt.

Nackte Haut wanted
Dafür liebt Noah nackte Bauchhaut. Einerseits seine eigene: In den letzten Tagen und Wochen dürfen wir ihm keinen Body oder sonstiges Gewand anziehen, das durchgehend den Bauch bedeckt. Er muss sich nämlich während des Einschlafens seinen Bauch kraulen können und dafür muss nunmal das Leiberl hochgeschoben werden. Wenn er auf unserem Arm einschläft, mag er es außerdem, wenn er auch den Bauch von Mama oder Papa angreifen kann. Also wehe Mama trägt beim ins Bett bringen noch ein langes Sommerkleid, dass sich nicht so leicht hochschieben lässt. Gutes Personal ist halt schwer zu finden…

Zum Thema Einschlafen hat Flo schon mal einen Beitrag am Blog geschrieben – aber lest doch selbst.

Augenlifting und Fahnen hoch!
Meine liebe Freundin Babsi hat mir am Wochenende erzählt, dass ihr Jüngster jeden Abend mit einem Finger die Haut neben ihrem Auge reibt – ich sags euch, wenn das nicht straffend wirkt…allerdings recht einseitig.
Eine andere Freundin trauert um ihre schönen langen Haare. Nachdem ihre Tochter monatelang an ihrer Mähne gezogen hat, sind die Haare ausgegangen und sie musste auf einen Kurzhaarschnitt umsteigen. Da sieht man wieder, wie sehr wir Eltern uns aufopfern.

Noah hat sich eine zeitlang immer an meiner Nase festgehalten: Auch eine Möglichkeit, die Mama in den Wahnsinn zu treiben.

Noah hält sich beim Einschlafen an meiner Nase fest

 

Flo erzählt mir gerade, dass Theo, als er noch bei uns im Bett geschlafen hat, immer seine kalten Füße unter Flos Bauch/Beine/Kopf gesteckt hat: Das hat er wohl von der Mama… 😉

Auch die anderen Mama- und Papablogger haben zu dem Thema einiges zu erzählen. Großartig finde ich zum Beispiel die Erzählung von Kerstin (Bloggerin auf www.kerstonia.at): „Meine Tochter wedelt mit ihrem Schmusetuch immer wie mit einer Fahne in der Luft herum. Nach mal mehr mal weniger wedeln geht dann die Hand runter und sie schläft.“ Stelle mir das gerade bildlich vor und muss schon wieder lachen.

Haarextensions und ein ganz besonderer Spray
Das scheinbar viele Kinder nicht von der Haaren der Mama beim Einschlafen lassen können, hab‘ ich schon öfter gehört. Was die beiden Kinder von der lieben Steffi von www.whatalovelyday.at aufgeführt haben, ist schon ganz besonders: „Das erste Kind hing mir immer mit den Fingern in den Haaren. Hat dann Haarextensions zum Haarekuscheln bekommen. Die hatten sogar einen Namen. Bärlihaare. Ich hatte sie nämlich an dem Teddy festgebunden. Hat funktioniert. Das zweite Kind das Gleiche. Haare kuscheln. Extensions haben aber nicht funktionert. Seit dem der Schnuller weg ist, sind auch die Extensions weg. Also halte ich beim zweiten Kind manchmal noch meinen Kopf hin.“ Da bekommt das Kopfhinhalten gleich eine neue Bedeutung.

Ganz wunderbar finde ich die Idee von Birgit aka Muttis Nähkästchen: „Mein Kleiner konnte jahrelang erst einschlafen, nachdem wir das Zimmer kräftig mit dem „Anti-Schlechte-Träume-Spray“ vor etwaiger Albtraum-Kontamination gesäubert haben.“ Die ganze Geschichte plus Rezept für den tollen Spray findet ihr hier.

Bloß nicht bewegen
Für Eltern gibt es meist eine wichtige Grundregel beim Thema Einschlafen: BLOSS. NICHT. BEWEGEN. Denn die kleinste Bewegung oder – Gott bewahre – ein knarrender Lattenrost kann fatale Folgen haben: nämlich ein putzmunteres Kind und die Gewissheit, dass der gemütliche Fernsehabend gerade wieder in weite Ferne gerückt ist. Doch zum Trost: Ihr seid nicht allein – es geht vielen von uns ähnlich.

Sabrina (www.auszeit4mama.com) hat dafür sogar einen eigenen Begriff erfunden, nämlich „nachtauthentisch“: „Mein Sohn braucht Katze Pauli im rechten Arm, seinen Teddy über die Augen gelegt und die rechte Hand gehört der Mama und die wird so lange nicht losgelassen bis er einschläft. Zudem muss es stockdunkel sein, bis auf das Nachtlicht, den kleinen Stern. Die Mama muss auch so tun als würd‘ sie schlafen und darf sich während der halben Stunde bis zum Einschlafen kaum bewegen (sonst wird gleich aufgesprungen und ‚haaaaa‘ gerufen). Alles muss sehr nachtauthentisch sein.“

Einschlafen: So unterschiedlich wie die Kinder selbst
Bei meiner Mini-Umfrage unter anderen Familybloggern ist mir eines wieder ganz bewusst geworden: Was für Kind A funktioniert hat, klappt bei Kind B nicht unbedingt. Denn jedes Kind ist anders und gerade bei Schlafgewohnheiten zeigt sich das besonders. Ich für meinen Teil bin darüber ziemlich froh: Denn nachdem Theo uns die ersten drei Jahre seines Lebens aufgrund des Schlafentzugs wie Zombies hat aussehen lassen, ist Noah im Vergleich ein traumhafter Schläfer – zumindest meistens. Letzte Nacht zum Beispiel hat er sich im Schlaf aufgesetzt und mich angebrüllt „AMAAAAAAAAAAAAAAAAAAA“ (heißt soviel wie Mama, Papa, Oma, Opa bitte alle einmal herschauen…), hat sich wieder hingelgt und weitergeschlafen. Ich allerdings hab‘ einige Minuten gebraucht bis sich meine Herzfrequenz wieder stabilisert hatte….

Ihr wollt noch mehr skurile Einschlafgeschichten? Bitte sehr:

„Shrimpi reibt sich zuerst immer die Augen (aber ich glaube das ist nicht ungewöhnlich) und dann reibt sie ihren Kopf, vorzugsweise am oberen Bettrand, wenn der zu weit weg ist, muss ihre Hand herhalten.“ Ines von Shrimpskrams

Unser Jüngster braucht immer meine Hand – entweder schiebt er sie unter seine Wange oder sie wird nur gehalten.“ Michaela von Littlebee

„Unser Großer hat zum Einschlafen jahrelang meine Haare “gebraucht“ – aka an ihnen unsanft gezogen – und das hat oft ziemlich weh getan (und die Haare waren dementsprechend kaputt und abgebrochen). Und unsere Kleine will immer “Busen greifen“. Jetzt, wo die beiden alleine einschlafen, genügt das alles einmal kurz, früher sind sie aber jeden Abend so eingeschlafen.“ Martina von Franzls on Tour

„Ich muss mich auf des kleinen Fräuleins Füsse setzen.“ Anja von Gänseblümchen und Sonnenschein

„Mein Kleiner zieht sich an den Ohren, wenn er müde ist. 😂 Mit Reiben auf dem Rücken schläft er dann ein! Am besten ist es, wenn er auch noch seinen Kopf an seinen Teddy kuscheln kann!“ Paula aka Trendmum

„Helena teilt immer zuerst ihre Flasche oder den Ditti mit mir/uns – da muss man dann mal mittrinken und danach, wenn sie fertig getrunken hat, zwickt sie bis sie einschläft. Vorzugsweise in meine Lippen oder im Gesicht – zur Not auch in die Haut auf Händen oder Armen. Und das Fiese ist, sie zwickt extrem fein, also so, dass es wirklich richtig weh tut. Wenn einem dann mal aus Schmerz heraus ein Schrei oder ein leises „Aua“ entfleucht, dann beginnt das ganze Spiel von vorne.“ Eva von D-Day mal anders

„Unsere Kleine strampelt sich meist in den Schlaf. Dabei dreht sie sich von Seite zu Seite, hin und her. Nur kann sie sich jetzt schon ganz umrollen, landet dann auf dem Bauch und kriegt immer wieder die Krise. Ganz erschrocken und empört schaut sie mich dann an, wenn sie wieder ungewollt in Krabbelposition gelandet ist und ich darf sie dann wieder auf den Rücken drehen.“ Julia von Baby Lee and Me

„Mein Großer wiegt sich seit Geburt selbst in den Schlaf. Er dreht sich die ganze Zeit schnell hin und her… 2 Minuten dann ist er im Traumland“ Melanie von Monstamoons

„Also hier im Haus No.6 geht bei Madame nichts ohne Rückenmassage und Liedern, der kleine Mann braucht Mamas Busen und hasst es wenn gesungen wird… Ihr könnt euch vorstellen, was das bedeutet, wenn die Kids im gleichen Zimmer schlafen 😂🙈 Während ich den kleinen Mann stille, massiere ich Madame den Rücken und singe ein Lied, wobei mir der Mund vom kleinen Mann zugehalten wird… Mittlerweile kann ich wirklich schon gut singen hinter vorgehaltener Hand.“ Vera von Haus No. 6

Und jetzt her mit Euren Stories. Wie läuft das Einschlafen bei Euch?