Elche, eine rasante Abfahrt und Lego, Lego, Lego – Berlin mit Kindern

Ruhig war es hier am Blog in den letzten Tagen, ich weiß und es tut mir auch wirklich leid. Aber es war viel los bei den Danners, das kann ich Euch sagen.

Nach fast sieben Wochen haben wir Flo endlich wieder. Meine Güte, wie sehr haben wir ihn vermisst. Es tut so gut, die gesamte Familie wieder vereint zu wissen. Auch wenn Flo nur als halbe Portion wieder heimgekommen ist und wir ihn erst wieder aufpäppeln müssen. Denn nach den Strapazen des Wahlwanderns ist er gleich mit der UNO nach Nordafrika und in den Nahen Osten gereist und hat sich dort eine hübsche Lebensmittelvergiftung eingefangen. Als wir ihn also letzte Woche vom Zug abgeholt haben, hab‘ ich mich ordentlich geschreckt, so dünn ist er geworden. Und seine Gesichtsfarbe war weißer als weiß.

Aber Zeit für Erholung gabs für Flo nicht. Denn schon am Tag nach seiner Ankunft sind wir nach Berlin geflogen und zwar alle gemeinsam. Da Flo in der deutschen Hauptstadt beruflich zu tun hatte, mussten wir schon den Flieger um 7 Uhr Früh nehmen. Heißt also um 5 Uhr alle Mann raus aus dem Haus. Die Kinder sind lustigerweise immer begeistert, wenn wir noch im Finsteren losfahren müssen. Theo besteht darauf, dass er und Noah im Pyjama bis zum Ankunftsort fahren dürfen. Außerdem müssen Kuscheldecken und ordentlich Verpflegung eingepackt werden. Selber ist man jetzt nicht ganz so begeistert…

Allein der Flughafen ist schon immer ein Highlight jeder Reise

Jedenfalls sind wir diesmal mit Austrian Airlines geflogen, was ich mit Kindern sehr empfehlen kann. Denn die Flugbegleiter haben sich ganz großartig um uns gekümmert: Die Buben wurden mit Snacks, Malsachen, Stickern, Spielkarten, Stofftieren und Gummibärchen versorgt, damit der einstündige Flug bloß nicht zu lang wird. Die wissen ja nicht, dass wir schon viel längere Flüge hinter uns haben – wie es uns zum Beispiel beim Flug nach New York gegangen ist, lest ihr hier.

ein Flug für Frühaufsteher

Skandinavisch Wohnen in Berlin

In Berlin angekommen ging es erst einmal ins Hotel. Schon damals im letzten Leben, als wir noch alleine gereist sind, haben wir immer im Scandic Hotel am Potsdamer Platz gewohnt. Erstens wegen der tollen Lage und zweitens weil es ein riiiiiiiesen Frühstücksbuffet gibt und das zu recht fairen Preisen. Wir waren echt erstaunt, weil sich das Hotel jetzt auch als extrem familienfreundlich entpuppt hat. Darum empfehle ich es euch hier auch (und nein, wir bekommen dafür nichts bezahlt…;-). Es gibt dort nämlich tolle Familienzimmer, mit Stockbetten für die Kinder – was unsere immer lieben, auch wenn ich die erste Nacht kaum ein Auge zu getan hab‘, weil ich immer Angst habe, Theo könnte runterfallen.

Theo möchte zu Hause jetzt auch ein Stockbett

Auf Bestellung gibts natürlich auch Gitterbetten und wer lieber getrennt von den Kindern schlafen möchte, kann auch Zimmer mit Verbindungstür wählen. Kinder übernachten hier bis zum 12. Lebensjahr übrigens kostenfrei.

Das Hotel gehört zu einer skandinavischen Kette und ist dementsprechend eingerichtet. Sprich: Elche überall. Die Kinder waren begeistert und seither hat das Wort „Elch“ einen fixen Platz in Noahs Wortschatz. Außerdem gibts eine Spielecke im Restaurant und ein eigenes Kinderbuffet beim Frühstück. Theos besonderes Highlight hier: Fleischbällchen um 8 Uhr morgens…

Sea Life und Legoland

Theo spricht schon seit Monaten davon, dass er unbedingt einmal ins Legoland möchte. Nun ist besagte Attraktion ja nicht unbedingt nahegelegen, weil in Bayern und ziemlich teuer. Was ich nicht wusste ist, dass es auch in Berlin ein Minilegoland gibt, das Lego Discovery Center. Dabei handelt es sich eigentlich um einen Indoor Spielplatz mit vielen Möglichkeiten, selbst zu bauen, zu entdecken und sich auszutoben. Wer als lego-begeisterte Kinder hat, sollte das auf keinen Fall auslassen.

Der Berliner Reichstag aus Lego nachgebaut

Tipp: Der Eintritt ist natürlich nicht gerade billig und gerade am Wochenende ist die Schlange vor der Kasse lang. Aber es gibt Kombitickets, wo man sich einiges spart und gleich die Ticket für mehrere Sehenswürdigkeiten kaufen kann. Man kann überall schon vorab Tickets online kaufen, das spart dabei einiges und man muss sich nicht mehr anstellen.

Ninjago – Theos Highlight

Drachen und Dinos natürlich auch im Legoland

Da die Kinder unbedingt ins Aquarium wollten, haben wir uns auch auf den Weg zum Sealife und AquaDom gemacht.

Auch hier viele Menschen, obwohl wir donnerstags dort waren. Es ist ein Aquarium, wie man es kennt. Sehr kinderfreundlich eingerichtet, mit vielen Mitmachstationen, Tunnels und natürlich unzähligen Meeresbewohnern, die es zu entdecken gibt. Das Highlight ist der AquaDom am Ende des Aquariums: Ein riesiges Becken, durch das man mit einem Glaslift durchfährt. Ich fand das Aquarium zwar schön gemacht, aber doch sehr teuer.

Tipp: Lasst, wenn es irgendwie geht den Kinderwagen daheim. Die Gänge sind sehr eng und gerade wenn viele Besucher dort sind, ist es mühsam, den Kinderwagen durchzuschieben und die Kinder wollen ohnehin herumlaufen.

Essen und Trinken

Im Grunde kann man in Berlin-Mitte quasi in jedem Restaurant auch mit Kindern essen gehen. Wir haben überall einen Hochstuhl für Noah bekommen, Kinderkarte und Malsachen gibt es fast immer. Es gibt auch unzählige Kindercafés mit kleine Spielplätzen, die sich auf die ganze Stadt verteilen und gerade bei Schlechtwetter sicher einen Besuch wert sind. Hier findet ihr eine Auflistung.

Beim Essen bin ich ja der Meinung, dass es gut schmecken und vor allem schnell gehen muss. Bei uns ist es meistens so, dass wir erst dran denken, essen zu gehen, wenn den Kindern der Unterzucker schon anzumerken ist – ihr wisst, was ich meine…;-)

Am ersten Tag zum Beispiel war der Hunger groß und aus Mangel an Alternativen entschieden wir uns für das Vapiano beim Fernsehturm (auf den man übrigens auch rauffahren kann, aber uuuuuunbedingt schon vorab online Tickets kaufen sollte). Bisher waren wir recht angetan von besagter Restaurantkette, weil frisch gekochtes Essen schnell verfügbar ist. Gerade mit Kindern super. Leider war das diesmal nicht so. Ich hab‘ mich ungefähr eine Stunde angestellt um an die Pasta zu kommen und als ich dann noch Suppe bestellen wollte, wurde mir gesagt, dass ich mich dafür in der Schlange nebenan anstellen müsse – nicht sehr kundenfreundlich…

Weitere Highlights und Tipps

Ein Städtetrip mit Kindern ist komplett anders, dessen muss man sich bewusst sein. Es müssen genügend Pausen eingeplant werden, Spielmöglichkeiten gegeben sein und die Wege dürfen nicht zu lang sein. Theo geht zwar mittlerweile wirklich tüchtig, trotzdem schmerzen nach einiger Zeit die Füße.

In Berlin kann man super Bus fahren und dabei viele Sehenswürdigkeit im Vorbeifahren bestaunen. Und ganz toll dabei ist auch, dass viele Busse in Berlin Doppeldecker sind. Fahrpläne und Infos findet Ihr hier.

Wie gesagt, eigentlich wollten wir ja unbedingt auf den Fernsehturm rauf, Theo ist ja bekanntlich regelrecht besessen von Hochhäusern seit unserer Reise nach New York. (hier könnt ihr alles nachlesen)

Aber die Wartezeit von mindestens drei Stunden war uns dann doch zu lang, Theo aber natürlich mega-enttäuscht. Doch wir haben dann noch eine tolle Alternative gefunden: Eine Fahrt mit dem Weltballon – ein Heliumballon mitten in der Stadt. Richtig toll und wir mussten gar nicht anstehen. Die Fahrt dauert ungefähr 20 Minuten und es empfiehlt sich, sich richtig warm anzuziehen, denn da oben ist es doch ganz schön frisch. Aber die Aussicht auf 150 Metern ist wirklich toll.

Hoch über den Dächern von Berlin mit einem am Boden festgebundenem Heliumballon

Man kann natürlich Berlin auch kostengünstiger entdecken: Es gibt zahlreiche Parks und Spielplätze. Wir waren zum Beispiel einen Nachmittag lang im Volkspark Friedrichshain – nicht touristisch und ganz tolle Spazierwege, ein Skaterpark, ein Ententeich und mehrere Spielplätze.

Unbedingt sollte man das Brandenburger Tor besuchen: Erstens ein Muss für jeden Touristen und zweitens tut sich davor immer etwas: Straßenkünstler, Fiaker und allerhand lustige Menschen.

Die Danners beim Brandenburger Tor

Zum Rasten und/oder Austoben gibt es mitten in der Stadt ein großes Einkaufszentrum, die Mall of Berlin. Ganz oben gibt es für Kinder Tafelwände zu bemalen und Spielecken. Das Großartigste ist dort aber eine megalange Tunnelrutsche, die sich über zwei Stockwerke erstreckt. Auch für Mamas und Papas richtig lustig. Und während die Kinder rutschen, kann die Mama schon mal ein bisschen shoppen gehen…;-)

Riesenrutsche in der Mall of Berlin

Eine Stadt mit Geschichte

Berlin ist eine geschichtsträchtige Stadt und an jeder Ecke gibt es Denkmäler und Museen, die wirklich sehr interessant sind. Gerade Kindern fehlt dann allerdings oft die Geduld und es ist doch ziemlich schwerer Stoff. Das lässt sich aber auch anders lösen. In vielen Teilen der Stadt finden sich noch Reste der Berliner Mauer und Theo war sehr daran interessiert, wie es zum Mauerbau und Mauerfall gekommen ist. Auch im Legoland wird der Mauerfall dargestellt und rund um den Checkpoint Charlie kann man Trabis bestaunen und so den Kindern die Geschichte recht gut erklären.

Für Theo war es toll, dass der gesamte Mauerverlauf durch Bodenmarkierungen nachzuvollziehen ist und er so der Mauer quasi nachlaufen konnte. Beeindruckend für Kinder und für Erwachsene sowieso ist das Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Auch wenn die Bedeutung dahinter noch zu viel für die Kids ist, die vielen Betonklötze sind es wert, entdeckt zu werden.

Denkmal der ermordeten Juden Europas

All jenen mit größeren Kindern empfehle ich jedenfalls eine Untergrundtour. Flo und ich haben vor zwei Jahren die Fluchttunneltour gemacht – sehr beeindruckend und lehrreich. Aber auch im Sommer eine tolle Möglichkeit, der Hitze der Stadt zu entfliehen…;-)

Winterwonderland mitten in der Stadt

Für all jene, die im November oder Dezember nach Berlin fahren, ist die Winterwelt am Potsdamer Platz ein Muss. Hier wird ein künstlicher Schneehügel angelegt, wo Groß und Klein mit Reifen runtersausen können. Drum herum gibt es einen kleinen aber feinen Weihnachtsmarkt mit Punsch, Glühwein und allem was dazugehört.

Wir lieben Berlin und unsere Buben mittlerweile auch und werden sicher immer wieder hinfahren. Es gibt ja noch so viel zu entdecken.