Elternabend: ein Überlebensguide

Der Herbst stellt einen schon immer wieder vor gewisse Herausforderungen: Was zieh ich dem Kind in der Früh an, ohne dass es morgens erfriert und zu mittag einen Hitzschlag bekommt? Strumpfhose oder nicht? Haube oder nicht? Unendlich viele Entscheidungen, die vor 7:30 Uhr zu treffen sind. Aber auch, wie bitte bringen wir den Berg an eingefrorenen Grillwürsteln weiter????

Der Herbst ist außerdem die Zeit der Elternabende, jene Stunden, die wir Eltern auf viel zu kleinen Sesseln in bunten Gruppenräumen verbringen und unser Bestes geben, die Nerven ob der zum Teil absurden Diskussionsthemen nicht zu verlieren…

In unserem Fall heißt das mittlerweile zwei Kinder aka zwei Elternabende, da die Buben in zwei unterschiedliche Kindergärten gehen. Noah ist noch zu jung für den Gemeindekindergarten und geht daher in die Krabbelstube. Und weil ja einer bei den Kindern daheim bleiben muss, bin es ich, die heuer das Los gezogen hat, beide Elternabende zu besuchen.

 

Elternabend im Kindergarten – nichts für schwache Nerven?

Von Pflastern und Zecken

Theos Elternabend ist der erste. Zuerst erklärt die Kindergartenleiterin alle Hausbräuche und Regeln, die es nunmal zu befolgen gilt, wenn Kinder morgens gebracht und nachmittags wieder abgeholt werden. Danach übernehmen die jeweiligen Pädagoginnen das Ruder und ziehen sich mit den Eltern in die jeweiligen Gruppenräume zurück. Dort gehts dann munter weiter im Sesselkreis – große Popos auf viel zu kleinen Sesseln – lang halt ich das nicht aus. Allein darum hat das Kindergartenpersonal meinen vollsten Respekt: Wie schafft man es nur, täglich mehrere Stunden auf diesen kleinen Sesseln zu sitzen ohne jeden Abend den Physiotherapeut aufsuchen zu müssen? Nach einer halben Stunde tut mir schon alles weh und doch ist kein Ende in Sicht.

Es geht um Getränke zur Jause: Wann darf welches Kind welches Getränk zu sich nehmen und welche Zutaten sind im geheimen Teerezept? Außerdem wird besprochen, welche Feste gefeiert werden und wann die Kinder welches Spielzeug mitnehmen dürfen. So weit so gut. Da letztes Jahr scheinbar die Diskussion etwas ausgeartet ist, versichern uns die Pädagoginnen heuer, dass sie im Falle eines Zeckenbisses das Vieh sehr wohl entfernen dürfen und es sich nicht vollsaugen lassen bis es größer als das Kind ist. Scheinbar wurde nämlich ein anderer Kindergarten von Eltern verklagt, weil das Kind nach einem Zeckenbiss erkrankt ist…Mein Gott, ich könnt keine Pädagogin sein, vollster Respekt!

Was bin ich froh, dass wir diese Diskussion letztes Jahr ausgelassen haben, weil wir da noch in Amerika waren – unsere Erlebnisse dort könnt ihr hier nachlesen. Naja, Medikamente dürfen die Betreuerinnen keine verabreichen, mittlerweile hat die Gewerkschaft allerdings entschieden, dass sie doch ein Pflaster auf ein aufgeschlagenes Knie picken dürfen und nicht gleich die Eltern anrufen müssen, wenn das Kind ein Pflaster braucht…

verpackte Kuchen und bloß keine Nüsse

Alles in allem war Theos Elternabend heuer echt harmlos im Vergleich zum schon Erlebten. Höhepunkt unserer Elternabendkarriere war ein Abend im Wiener Kindergarten, wo Theo seine ersten Kindergartenjahre verbracht hat.
Es kam zur obligatorischen Geburtstagsdiskussion: Was bringen wir mit, wenn das Kind Geburtstag feiert? Süßes oder Pikantes? (bloß kein Schweinefleisch!) Da kam doch tatsächlich die Aufforderung von einigen Müttern, man möge doch bitte von Selbstgebackenem  Abstand nehmen und einen Kuchen kaufen, da wüsste man dann wenigstens, was genau drinnen ist…ÄHM???? Ich weiß meistens auch ziemlich genau, welche Zutaten ich für einen Kuchen verwendet hab (kann nur sein, dass vielleicht eine Eierschale reingefallen ist, an die ich mich nicht mehr erinnere…;-)

Mir ist schon klar, dass wir besser keine cremigen Torten mitbringen, wegen der Haltbarkeit, aber in meiner Welt ist doch immer noch Selbstgebackenes dem Gekauften vorzuziehen, oder? Im Stillen beschließen wir, den selbstgebackenen Gugelhupf  in ein Sackerl vom Supermarkt zu    geben, um alle zufrieden zu stellen.

Nächster Punkt: Allergien – der kleine Michael (Name geändert) verträgt nämlich keine Nüsse, keine Milchprodukte und Weizen eigentlich auch nicht so gut…Später erzählt mir Theos damalige Pädagogin, dass sie dem Michael im Jahr davor versehentlich mal ein Nutellabrot gegeben hat und er dann doch mit ein paar roten Flecken reagiert hätte, wegen der Haselnüsse und dem Gluten…aber geschmeckt hätte es ihm sehr…

Noahs Elternabend verläuft auch harmlos und  sehr nett. Aber kaum zu glauben: In der Krabbelstube gibts noch kleinere Sessel – AUA! Der Herbst wird jedenfalls recht ereignisreich mit zwei Laternenfesten, zwei Nikoläusen, zweimal Kekse backen und mit sicherlich vielen Kastanientieren, aber wisst ihr was? Ich freu mich drauf!

Ich muss schon sagen, dass Elternabende am Land weit entspannter sind, als damals in der Stadt und das Achterl mit den anderen unperfekten Mamas danach ist sowieso ein Highlight.

Und noch was zum Schmunzeln für Euch. Ein Elternabend-Bullshit-Bingo zum Ausdrucken – wirklich Mutige nehmen das zum nächsten Elternabend mit…;-) und wirklich wirklich Mutige rufen „Bingo“, wenn Sie eine Reihe voll haben.

 

Elternabend-Bullshit-Bingo zum Ausdrucken