Fliegen mit Kindern – so klappts auch mit den Nerven

Na? Wisst Ihr schon, wo heuer die Reise hingeht? Habt ihr auch schon so eine Sehnsucht nach Sonne, Strand und Meer? Ich habe jedenfalls schon das dringende Bedürfnis, die Koffer zu packen und dann nichts wie weg. Aaaaaber Moment: Ich habe ja noch drei andere Herrschaften im Gepäck…Seit wir Kinder haben ist die Sache mit dem Reisen deutlich aufwendiger geworden, allein schon für ein Wochenende auswärts ist es fast überlegenswert, einen LKW anzumieten…

Und darum überlegen wir immer dreifach, ob sich der Aufwand des Verreisens auch tatsächlich lohnt. Meistens ist die Antwort aber eindeutig: JA! Denn die Kinder sollen die Welt entdecken! Wir sind viel und oft unterwegs, weil es für uns einfach dazugehört, uns unser Land und die Welt anzuschauen – unsere bisherigen Stationen findet Ihr übrigens hier. 

Aber fliegen mit zwei (kleinen) Kindern? Geht das überhaupt? Wir sind ja schon immer Vielreisende und Theo ist schon mit gut einem Jahr das erste Mal geflogen. Noah war überhaupt erst sechs Monate alt, als wir unsere dreimonatige USA-Reise angetreten haben. Jedenfalls hat uns das nie abgeschreckt, auch wenn ich mir nach den Langstrecken oft gedacht habe: „Nie wieder!“ Eines ist nämlich klar: Eine Flugreise ist anstrengend für alle Beteiligten und will gut geplant und überlegt sein. Ich habe hier ein paar Dinge und Tipps gesammelt, die uns bisher gut geholfen haben, vielleicht ist ja was für Euch dabei.

Nerven gut  – alles gut!

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man sich von langen Flugzeiten oder weiten Strecken nicht abschrecken lassen sollte. Meine Erfahrung ist: Solange die Herde beisammen ist, sind die Kinder glücklich. Also: Sie sind happy, wenn Du happy bist!

Und je entspannter die Eltern sind, desto unkomplizierter wird auch die Reise. Daher der wichtigste Tipp vorweg: Jede Reise mit Kindern sollte gut geplant werden, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.

Und das fängt schon bei der Buchung des Fluges an:

Mehr Platz im Flieger

Kinder unter zwei Jahren brauchen im Flieger noch keinen eigenen Sitz. Was natürlich einerseits toll ist, weil es Kosten spart. Andererseits ist es allerdings auch so, dass immer ein Erwachsener so mindestens ein Kind auf dem Schoß hat – und wir wissen, dass Kinder in den seltensten Fällen länger als zwei Minuten sitzen bleiben. Bei dem geringen Sitzabstand, den die meisten Airlines bieten, ist das durchaus eine Herausforderung. Nicht nur für einen selbst, sondern auch für die Reisenden in der Reihe vor und hinter uns. Wir haben sehr gute Erfahrungen mit den Sitzen in der Kategorie „Economy Plus“ oder „Economy Premium“ gemacht (die Kategorie heißt bei allen Airlines ein bisschen anders). Das sind Sitze mit mehr Sitzabstand und ein paar Zusatz-Vorteilen und eignen sich super für einen Langstreckenflug mit Kleinkind.

Ich mit Theo auf der Heimreise von unserem ersten USA-Trip mit Kind. Der Bildschirm war nur kurz interessant…

Babybasket – ein Babybett im Flugzeug

Gerade bei Flügen in der Nacht oder bei Flugreisen, die länger als ein paar Stunden dauern, müsst Ihr Euch Gedanken um den Schlaf der Kinder machen. Während Theo auf den Flügen in die USA immer quer über seinen Sitz und unsere Füße gelegen ist, musste ich Noah oft auf dem Arm halten. Was weder für die Durchblutung des Armes, noch für den eigenen Schlaf sehr von Vorteil ist. Besser beraten seid ihr mit einem sogenannten Baby-Basket, den die meisten Airlines anbieten.

Ein Baby-Basket ist eine Art Baby-Bett, das auf Langstrecken für Babys  zur Verfügung gestellt wird.  Das Baby-Bett selbst ist kostenlos, jedoch ist dieses Service nur gemeinsam mit einer kostenpflichtigen Sitzplatzreservierung auf einem Sitz mit mehr Beinfreiheit möglich. Das heißt, Ihr müsst das bei der Buchung gleich mit angeben. Denn diese Sitze (zum Beispiel die Sitzreihen hinter einer Trennwand) sind oft schnell ausgebucht.

Was mitbringen?

Wie gesagt: Vorbereitung ist das A und O. Alles was Ihr vorab schon organisieren, besorgen und einpacken könnt, spart Nerven und erleichtert Euch den Flug. Hier ein paar Dinge, die wir immer im Handgepäck haben, wenn wir mit den Kindern auf Reisen gehen:

  • eine kleine Überraschung: Ich kaufe den Kindern gerne vor dem Flug ein kleines neues Spielzeug bzw. ein Buch oder stelle eine kleine Box zusammen, wo ein paar neue Dinge drinnen sind. Sollte es dann ganz fad werden im Flieger, wird diese Überraschung ausgepackt und sie sind wieder beschäftigt. Aber bloß keine zu kleinen Teile einpacken, sonst verbringt Ihr den Flug unter dem Sitz, kleine Lego-Teile suchend…
  • Schal oder Tuch: Es gibt nichts Schlimmeres, als wenn es im Flieger zu kalt ist. Da kann auch keiner schlafen. Klar, man bekommt auf Langstreckenflügen meist Decken und Polster, aber gerade mit einem schlafenden Baby am Arm ist es gut, einen oder mehrere leichte Schals mitzuhaben. Zum einen, um das Kind zuzudecken, zum Anderen, damit einem selbst nicht kalt wird. Stichwort: Klimaanlage. Denn wer will schon verkühlt am Urlaubsort ankommen?
  • Snacks und Getränke: Während Noah auf unseren USA-Flügen begeistert alles probierte, was uns das Flugpersonal servierte, hat Theo komplett verweigert. Kann passieren, vor allem weil ja alles sooo aufregend ist. Daher empfehle ich, immer ein paar Snacks für die Kinder im Handgepäck zu haben. Ihr dürft zwar keine Flüssigkeiten bei der Sicherheitskontrolle dabei haben, danach können allerdings mitgebrachte Flaschen wieder aufgefüllt werden, bei Babybrei nur unbedingt darauf achten, dass die Packungsgrößen mit den Sicherheitsbestimmungen zusammenpassen.
  • Kaugummi und Gummizeugs: Ich weiß, der Tipp ist jetzt nicht gerade pädagogisch wertvoll, allerdings sind Ohrenschmerzen viel schlimmer. Beim Starten und Landen verschlägt es einem oft die Ohren und im schlimmsten Fall kommen Schmerzen dazu. Dem kann man mit Kaugummi kauen oder mit Lutschen eines Gummibärchens gut entgegenwirken – hilft auch bei Erwachsenen…;-)
  • Stillen, Fläschchen und Schnuller: Wenn Ihr noch stillt, ist das wunderbar – denn dann habt Ihr alles dabei, was das Baby braucht. Auch beim Starten und Landen ist es gut, das Baby zu stillen, dann haben die Ohrenschmerzen keine Chance und das Baby ist in der ungewohnten Situation auch da wo es am liebsten ist. Fläschchen trinken ist im Flugzeug auch kein Problem, heißes Wasser könnt Ihr beim Flugpersonal bestellen. Wenn Euer Kind einen Schnuller hat, hilft der auch gegen das Problem mit den Ohren, also ruhig den Schnuller gerade beim Starten und Landen im Mund lassen.
  • Buggy bzw. Kinderwagen: Wir haben auf Reisen immer gerne unseren zusammenklappbaren Buggy mit. Denn oft brauchen die Kinder mal eine Pause zwischendurch. Ja, auch das große Kind setzt sich dann plötzlich wieder gerne rein ;-). Ihr könnt bei den meisten Airlines den Kinderwagen bis zum Flugzeug mitnehmen und bekommt ihn dann beim Aussteigen direkt am Gate wieder. Sehr praktisch, vor allem wenn der Flughafen groß und die Gehwege lang sind.

Vollbepackt mit tollen Sachen. Mit Kindern reist man selten mit leichtem Gepäck.

Entertainment an Board

Gerade für größere Kinder gibt es ja zum Glück einen Fernseher für Langstreckenflüge oder man bringt gleich das Tablet mit. Ich finde, im Urlaub ist ohnehin alles anders, da darf auch ein bisschen mehr geschaut werden. Für Noah war das auf unseren letzten langen Flügen allerdings noch keine Option, es hat ihn schlichtweg noch nicht interessiert. Also was tun mit einem Kleinkind, das lieber die Welt entdecken möchte, als 8 Stunden am Schoß von Mama und Papa zu sitzen.

Ganz einfach: Aufstehen und das Flugzeug untersuchen. Wie viele Kilometer wir bereits auf Flugzeuggängen verbracht haben werden wir wohl nie erfahren. Aber wir haben andere Fluggäste immer recht gut unterhalten, Zum Beispiel als Baby Noah beschlossen hat, jeden Fluggast persönlich zu begrüßen. Meistens sind die Flugbegleiter auch sehr nett und kinderfreundlich – oft durften wir in der Bordküche sogar zuschauen, wie das Essen vorbereitet wird.

Also: Habt keine Scheu vor langen Reisen mit Kindern – lasst uns die Welt entdecken!!!

Ihr habt noch weitere Tipps? Lasst Sie uns doch da – wir freuen uns!