Halloween oder: Die Danners im Zuckerkoma

Theo und die Gruseltorten

Halloween gehört zu Amerika wie das Christkind daheim in Österreich zu Weihnachten. Darum wollen wir das ganze Grusel-Drumherum hier richtig miterleben.

Schon seit Tagen schmücken die Nachbarn rund um unser Häuschen in Oakland ihre Vorgärten mit allerhand Gespenstern, Hexen, Totenschädeln und Spinnen. Die ärgsten Dekorationen sieht man hier. Gerade jetzt, so kurz vor der Wahl, ergibt das ein ganz skuriles Bild: Neben den Grabsteinen, Kürbisgesichtern und Spinnweben steckt dann schon mal ein „Hillary – I´m with her“-Schild in der Wiese.

Theo war anfangs noch eher skeptisch: Wir mussten jedesmal die Straßenseite wechseln, wenn er von der Ferne ein Skelett an einer Haustüre oder einen Plastikgrabstein in einem Vorgarten sah. Doch bald hat auch ihn die Euphorie gepackt und spätestens als wir ihm die Sache mit dem „Trick or Treat“ erzählten, also dass die Kinder hier verkleidet von Haus zu Haus gehen und Süßigkeiten bekommen, war die Sache klar – das will Theo auch.
Halloween ist ungefähr wie Fasching bei uns. Nur dass sich hier wirklich ALLE verkleiden – da sieht man schon mal einen 180 Zentimeter großen Haifisch am Straßenrand stehen, genauso wie eine gesamte Schweinefamilie – Mama, Papa und das Baby im Kinderwagen – alle in rosa und mit Ringelschwänzchen.
Theo als Captain America
Jedenfalls musste für Theo natürlich auch ein Kostüm her. Zunächst war der Wunsch groß, sich als Darth Vader von Star Wars zu verkleiden. Theo kennt zwar weder die Star Wars-Filme noch die darin mitspielenden Figuren – aber das ganze Zeug rund um die Jediritter hat für Buben scheinbar eine enorme Anziehungskraft. „Leider“ gab es in dem Geschäft dann keine Star Wars-Kostüme mehr und so entschied sich Theo für ein „Captain America“-Outfit mit Maske. Einwände der Mama, „Nemo“- oder „Minions“-Kostüme wären doch viel besser, wurden schlichtweg ignoriert. Dafür musste auch noch ein Laserschwert aus Plastik mit. Ich freu mich schon auf den kommenden Faschingsumzug: Noah wird ein großartiger Nemo…

Captain America und seine Freunde

Am Sonntag war es dann soweit. Nachdem Halloween, also der 31. Oktober, heuer auf einen Montag gefallen ist, wurde schon am Wochenende zu diversen Paraden, Kostümprämierungen und Schminkparties geladen. Und auch unser Captain America war bereit – bewaffnet mit Laserschwert und Sackerl für die Süßigkeiten – die örtlichen Geschäfte und Häuser kiloweise um Schoko, Schlecker und Gummizeugs zu erleichtern. Gemeinsam mit Batman, diversen Rittern, Einhörnern, Prinzessinnen, Drachen und Supergirls zieht er durch die Straßen und zaubert den Erwachsenen ein Lächeln ins Gesicht. In der örtlichen Kirche gibt es dann noch Gruselgeschichten, Puppentheater und Kürbisbowling, bevor die kleinen Gespenster ihre Schätze nach Hause tragen.
Unglaublich, was sich in den Straßen nach Einbruch der Dunkelheit abspielt. Alle Nachbarn scheinen draußen zu sein – es sind Partyzelte vor den Häusern aufgebaut – für die Erwachsenen gibt es „Zaubertränke“ und die Kinder laufen in Gruppen von Haus zu Haus. So ein buntes Treiben ist wirklich lustig mit anzusehen. Und auch die Großen kommen richtig in Fahrt. Ein als Wolf gekleideter Mann (könnte auch eine Frau gewesen sein) erschrickt alle Passanten, von einem Baum vor einem Haus wird eine riesige Spinne abgeseilt und an den Hausfassaden tanzen Fledermäuse und bunte Totenköpfe.
Ein lustiges und vor allem aufregendes Halloween-Wochenende war das. Und das beste daran:  Theo mag eigentlich gar keine Süßigkeiten. Daher verbringen wir unsere letzten Tage hier in Amerika im Zuckerrausch bevor es für die Oma, die Buben und mich Ende der Woche wieder nach Hause geht.
Und für Euch zum Mitgruseln und Mitlachen ein paar Eindrücke unseres ersten Halloween-Festes in Amerika: