Hendln, Listen, Buddah: Wieso mir jetzt die Zeit davonläuft

Jetzt ist schon mehr als die Hälfte unseres USA-Abenteuers vorbei und ich krieg Stress: Was will ich unbedingt noch sehen? Welches Lokal müssen wir noch testen? Ich weiß, ich leide auf hohem Niveau, weil kaum jemand solange die Chance hat, die Staaten zu besuchen wie wir es gerade tun. Aber egal wie lange man weg ist, die Zeit wird einem doch immer zu kurz, oder?
Jedenfalls ist eine Reise mit kleinen Kindern ja so ganz anders als alleine: man plant rund um Essens- und Schlafenszeiten. Sehenswürdigkeiten schafft man sowieso maximal eine pro Tag, obwohl Theo wirklich tüchtig ist und viel marschiert: Hauptsache, wir gehen mindestens einmal pro Tag über den Times Square – sooooo viele Fernseher. Er ist nach wie vor begeistert von den Wolkenkratzern und kennt sich mittlerweile in Manhattan besser aus als ich…

Während Flo hier neben mir in unserem Wohnzimmer in Weehawken, New Jersey, die Überraschungsgeburtstagswünsche für Bianca Schwarzjirg aufnimmt – Happy Birthday, Bibi 🙂 – schreibe ich an einer Liste, was wir noch alles unternehmen müssen. Theos Liste ist vergleichsweise kurz: Das steht nämlich nur mehr Mickey Mouse oben, also Disneyworld. Dass das so gar nicht in New York liegt, spielt natürlich keine Rolle. Wir werden sehen…

Um meine Liste „abzuarbeiten“ nehmen wir uns vor, jeden Tag in einem anderen Teil New York Citys herumzuspazieren. Das liebe ich ja besonders: sich einfach treiben zu lassen und sich absichtlich ein bisserl zu verlaufen. Tolle Parks zum Rasten und Ballspielen gibt´s in New York ohnehin überall. So waren wir gerade erst in Chinatown unterwegs: Denn da zwischen dem One World Trade Center im Süden und dem Empire State Building im Norden ist man plötzlich in einer andern Welt gelandet. Zwischen triefenden Geflügelkörpern, klappernden Krabbenscheren und gefälschten Designertaschen bahnen wir uns den Weg durch Menschenmassen zu einem der vielen buddhistischen Tempel dieses Stadtteils. Der lachende Buddha beim Eingang gefällt den Kindern besonders. Theo bekommt seine Zukunft auf einem kleinen Röllchen gegen eine kleine Spende vorhergesagt: Um Finanzen brauchen wir uns künftig wohl keine Sorgen mehr zu machen…

Danach wird authentisch asiatisch gespeist: sehr gut und vor allem günstig im Vergleich zum Rest der Stadt. Flo bleibt lieber hungrig, er kann kein Fleisch essen, an dem noch Knochen dran sind und somit nehmen wir das knusprige Henderl mit nach Hause zum Abendessen. Ich für meinen Teil hab diesen Ausflug sehr genossen und wer genug vom Asiatischen hat geht einfach einen Block weiter und fühlt sich gleich wie in Bella Italia, denn dort beginnt schon Little Italy mit Pizzen, Chianti und Tiramisu…