Hilfe, ich bin keine Bastel-Mama!

Jetzt ist es raus, uff: Ich bin keine Bastel-Mama! Um es konkreter zu sagen: Ich hasse es, zu basteln! So los, fallt über mich her!

Die Sache ist nämlich die: Als Mama muss man basteln lieben, stimmts? Grad letztens erzählt mir wieder eine Bekannte, dass sie für sich und ihre beiden Burschen eine dieser großen Bastelkisten gekauft hat, wo soooo viele tolle Materialien drinnen sind und sie schon mit ihnen angefangen hat, Origami zu falten. Schon bei dem Wort „Bastelkiste“ krieg‘ ich innerliche Magenkrämpfe.

Ich bin keine Bastel-Mama!

Klar, würde ich auch gerne hier am Blog Bilder von tollen DIY-Projekten posten und die passende Anleitung dafür. Dazu wird es leider nur niemals kommen. Denn erstens schmeiß‘ ich beim Basteln die Nerven weg und zweitens würde meine „Kunstwerke“ ohnehin niemand anschauen, geschweige denn nachmachen wollen. Und deshalb füllen sich auch meine Pinterest-Pinnwände mit unzähligen DIY-Anleitungen und Inspirationen zu jeder Jahreszeit und zu jedem Anlass und werden doch nie umgesetzt.

Gelegentlich frag‘ ich mich dann schon, ob unseren Kindern dann etwas abgeht oder ob sie sogar einen bleibenden pädagogischen Schaden davon tragen werden, weil ihre Rabenmutter nicht mit ihnen gebastelt hat. Andererseits beruhige ich mich dann wieder mit dem Gedanken, dass sie ohnehin in Kindergarten und Schule viel werken und gestalten und ihre Kunstwerke stolz daheim präsentieren können. Außerdem ist es vermutlich ohnehin nicht recht pädagogisch wertvoll, wenn die Mutti einen Tobsuchtsanfall bekommt, während sie versucht klitzekleine Papierschnipsel aneinander zu kleben.

Doch woher kommt diese Unlust zu basteln? Grundsätzlich kann ich schon etwas entstehen lassen und bin eigentlich auch ein kreativer Mensch. Ich hab‘ in der Oberstufe sogar – wait for it – einen Zweig mit Werk-Schwerpunkt genommen. Und dort haben wir auch richtig tolle Dinge produziert: mit Holz und Ytong und anderen „schweren“ Materialien. Ich habe es geliebt und sogar in Werken und bildnerischem Gestalten maturiert. Ein Paradoxon, oder? Außerdem stricke und male ich richtig gern und gar nicht mal so schlecht. Sonst hätte Flo vermutlich auch nicht darauf bestanden, dass ich die Bilder für unser Haus male.

Aber schon bei dem Gedanken an die Kombination von kleinen Händen, Klebstoff, Papier, Wolle und Schere bekomme ich einen Schweißausbruch. Vermutlich sollte ich deshalb eine Therapie machen, ich weiß es nicht. Jetzt wo die Weihnachtszeit kommt, finde ich den Gedanken toll, mit den Kindern um den Tisch zu sitzen und bei Tee und Keksen gemeinsam die Weihnachtsdeko zu basteln. Ich besinne mich aber auch schnell wieder, stelle die gebastelten Teile aus Kindergarten und Schule auf und fahre ins nächstgelegene Einrichtungshaus und kaufe die Sterne, Kerzen (boah, Kerzenziehen, ein Albtraum!), Rentiere und Nikoläuse wieder.

Wie es das bei Euch? Seid Ihr Bastel-Mamas und -Papas? Wenn ja, was bastelt ihr mit den Kindern? Lasst es mich wissen, vielleicht überwinde ich mich doch noch. Und wenn nicht, freu‘ ich mich auf Eure Unterstützung hier ;-).