Mit Donald Trump in London

Man mag von uns Danners denken, was man will. Aber eines haben wir drauf: Perfektes Timing.

Flo könnte euch hier unendlich viele Geschichten zu seinem großartigen Timing erzählen. Zum Beispiel als er versehentlich im Zugabteil von unserem ehemaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer gesessen ist, obwohl für eben diesen reserviert war und Herr Fischer dann zu ihm gesagt hat: „Bleiben Sie ruhig sitzen!“
Oder als er sich oben ohne in der PULS 4-Maske abgeschminkt hat, als Margit Fischer (der Frau von eben genannten Präsidenten) plötzlich da gestanden ist…

Möglicherweise schreiben wir dazu einmal einen Blogpost – oder vielleicht ein Buch – wir hätten hier so einiges zu berichten.

Bisher dachte ich ja, diese Zufälle wären meinem Mann vorbehalten. Nicht so vergangenes Wochenende, als ich nichtsahnend mit meiner Mama nach London reise, nur um Stunden später von Donald Trump heimgesucht zu werden.

Da sieht man wieder, wie akribisch sich die Dannerin vorbereitet hat auf diesen Trip. Weder unser London-Besuch noch der des US-Präsidenten waren spontan. Ich kann aber sagen, dass wir sicher schon vor ihm gebucht haben. Schließlich haben wir Geschwister die London-Reise unserer Mama zum 70er im Februar geschenkt. Wie auch immer: Trump, die Mama und ich also in London – mittendrin statt nur dabei!

mit der Mama nach London

4 Tage in London – die Vorbereitungen

Ein bisschen Vorbereitung schadet ja bekanntlich nicht, gerade wenn man in wenig Zeit viel erleben will. So wie das bei Städtereisen nun einmal ist. Ein paar Dinge kann man sich durchaus schon vor einer London-Reise überlegen, damit man später Zeit und Kosten spart.

Anreise

Ich war jetzt schon ein paar Mal in London und kann aus Erfahrung sagen, dass der Flughafen Heathrow zwar riesig, aber für die spätere Anbindung in die Stadt sehr zu empfehlen ist. Er ist ganz unkompliziert per U-Bahn zu erreichen. Natürlich kann man auch mit dem Taxi oder mit dem Heathrow-Express in die Stadt fahren, solltet ihr aber – so wie wir – in einem Stadtteil Nähe Heathrow wohnen (in unserem Fall war das Hammersmith), seid ihr mit den Öffis super beraten.

Bei meinen letzten Reisen bin ich jeweils in Stansted gelandet, auch das ist mit dem Stansted-Express recht unkompliziert. Allerdings konnte bei einer Rückreise der Zug wegen einer Baustellen nicht fahren und wir mussten den Schienenersatzverkehr nehmen, der wesentlich länger zum Flughafen gebraucht hat. Fazit: Flug verpasst – nicht witzig!

London Pass

Der London Pass ist eine Pre-Paid-Karte, die Eintritte zu diversen Sehenswürdigkeiten, Bus- und Schiffstouren und vieles mehr beinhaltet. Gerade wenn ihr vorhabt, viele Sehenswürdigkeiten und Museen zu besuchen, zahlt sich der Pass unbedingt aus, weil die Einzeleintritte sehr teuer sind.

Oyster Card vs. Travelcard

Das öffentliche Verkehrssystem in London funktioniert einwandfrei – wir haben uns ausschließlich per U-Bahn und Bus bewegt und man kommt so bequem überall hin.

Wenn man wirklich oft mit den Öffis fährt, sollte man sich entweder eine Oyster oder eine Travel Card zulegen. Die Oystercard ist eine Art Wertkarte, die Ihr an jeder U-Bahnstation kaufen und aufladen könnt. Die Travelcard ist eine Karte, die man gleich vorab für mehrere Tage kaufen kann. Welche Karte am kostengünstigsten und praktischten für Euch ist, ist abhängig von der Dauer Eures Aufenthaltes und wo Ihr vorhabt, Euch zu bewegen. Eine kleine Entscheidungshilfe findet Ihr hier.

Wir haben uns schlussendlich für die Oystercard entschieden und sind für vier Tage inklusive der Fahrten von und zum Flughafen mit 30 Pounds Guthaben pro Person ausgekommen.

London calling – unser Programm

London ist wahnsinnig groß – so eine Überraschung aber auch ;-). Obwohl ich fast täglich in Wien unterwegs bin, sind die Distanzen in London doch noch was anderes. Beim Planen Eurer Touren bzw. Sehenswürdigkeiten empfehle ich auf jeden Fall, Euch die Tage nach Stadtteilen einzuteilen, damit ihr nicht zu lange Wege zurücklegt. Wenn Ihr, wie wir, zum Beispiel etwas außerhalb des Stadtkerns wohnt, zahlt es sich oft nicht aus zum Frischmachen ins Hotel zurückzufahren, weil ihr zum Beispiel vom Londoner West End eine halbe Stunde bzw. 45 Minuten in der U-Bahn sitzt. Also gleich lieber das passende Outfit für Sightseeing und Musical-Besuch an diesem Tag anziehen.

Der Klassiker: Ein Foto vor einer roten Telefonzelle muss sein.

Tag 1

Erstmal ab ins Hotel und Koffer abgeben, auch wenn das Zimmer noch nicht bezugsfertig ist. Der erste Flug von Wien nach London geht mit Austrian Airlines um 6:50 Uhr. Zwar etwas zach zum Aufstehen, aber so hat man echt noch was vom Tag, zumal wir in London die Zeit eine Stunde zurückstellen. Also erst einmal ins Hotel frisch machen und dann kann es auch schon los gehen.

Unser erster Weg führt uns zum Piccadilly Circus, damit wir gleich mal drinnen sind im urbanen Großstadt-Dschungel. Wer allerdings schon mal in New York City und somit am Times Square war, wird den Platz in London mit den eher kleinen Leuchtreklamen eher enttäuschend finden. Aber egal: Vom Piccadilly Circus lässt es sich wunderbar weiterschlendern zum Trafalgar Square (sehr geschichtsträchtig) und dem Buckingham Palace.

 

Piccadilly Circus

Buckingham Palace

Von dort aus spazieren wir durch den St. James’s Park zurück Richtung Westminster und Big Ben (Wusstet Ihr, dass nur die Glocke Big Ben heißt? Der Glockenturm heißt eigentlich Elizabeth Tower).

GUT ZU WISSEN:  Im St. James’s Park leben ganz viele Wildvögel, die sich hier auch frei bewegen. Besonders beeindruckend sind die Pelikane, die hier schon seit über 400 Jahren leben – ursprünglich ein Geschenk des russischen Botschafters an König Karl II.

TIPP: Wir spazieren weiter zum London Eye, dem riesigen Riesenrad am Ufer der Themse. Wer gerne eine Runde drehen , sich aber die ewig lange Anstellerei sparen möchte, ist vielleicht mit der Champagne Experience gut beraten: Schnellerer Einlass und ein Glas Champagner im London Eye.

Abschließend führt uns unser Weg zurück zur Westminster Abbey (wo so ziemlich alle Könige Englands gekrönt wurden und die Hochzeit von William und Kate stattgefunden hat), die im London Pass inkludiert ist. Die Schlange ist zwar lang, es geht aber zügig voran. Wie bei vielen Sehenswürdigkeiten gibt es auch einen Audio Guide, der einen Schritt für Schritt durchführt und man so wirklich viel erfährt.

London Eye

ESSEN: Wir lassen den Tag in einem typischen Londoner Pub ausklingen bei Bier und Ginger Beer (leckere alkoholfreie Ingwer-Limonade). Man mag von der englischen Küche halten was man will, allerdings solltet Ihr unbedingt ein paar typisch englische Gerichte ausprobieren, wie zum Beispiel eine Pie (Mürbteig mit unterschiedlich pikanten Füllungen) oder Fish and Chips.

Tag 2

Das Tolle an einem Urlaub ohne Kinder ist ja, dass man theoretisch in Ruhe ausschlafen kann, stimmts? Da meine Mama eine notorische Frühaufsteherin ist, dachte ich mir schon im Vorhinein, dass das mit dem Ausschlafen nix wird. Das ich dann aber immer die war, die um 6 Uhr früh nicht mehr schlafen konnte, verwunderte doch alle. Diagnose: Senile Bettflucht! Aber wie schon die Oma in mir sagt: Da hat man dann auch mehr vom Tag. Und auch Tag zwei in London wurde gut genutzt.

Eine wirklich coole Sache am London Pass ist, dass diese Hop on-Hop off-Touren per Bus und Boot inkludiert sind. Wir starten Tag zwei also mit einer Busfahrt durch Victoria, vorbei am Hydepark und Marble Arch, durch Mayfair zum Kensington Palast, über Paddington retour zur Oxford Street. Und wenn man schon einmal da ist, sollte man auch eine ausgiebige Shoppingtour machen. Auf Oxford und Regent Street findet Ihr alles: Von H&M bis Gucci. Ich brauch‘ Euch nicht zu sagen, dass ich fast ausschließlich für die Kinder geshoppt habe.

Mayfair

Und da hatten wir auch schon den Salat: Genug vom Shopping, wollten wir eigentlich die Bustour fortsetzen. Aber merke: Wenn der amerikanische Präsident in der Stadt ist und der auch noch nicht gaaaanz so beliebt ist, sind die Straßen voll: Mit Demonstranten und Fahrzeugen im Stau. Also wieder raus aus dem Bus und mit der U-Bahn raus aus dem Getümmel und runter zur Tower Bridge. Eigentlich wollten wir jetzt den Tower of London besichtigen, aber dank Herrn Trump waren wir auch dafür zu spät dran.

Proteste gegen Donald Trump und wir mittendrin…

Proteste gegen Donald Trump und wir mittendrin…

Wir spazieren also über die Tower Bridge bis zu The Shard, dem höchsten Gebäude innerhalb der EU (zumindest solange die Engländer noch Teil eben dieser sind). Oben angekommen hat man einen atemberaubenden Blick über die Stadt und es gibt auch eine Bar mit Drinks – sehr sympathisch.

Drinks mit Aussicht auf The Shard

TIPP: Ihr könnt Euch jederzeit die Tickets für die Fahrt auf The Shard abholen und einfach später (zum Sonnenuntergang zum Beispiel) wiederkommen. Dadurch erspart Ihr euch lange Wartezeiten an der Kasse und könnt trotzdem den Sonnenuntergang oben genießen.

ESSEN: In London gibt es Restaurants aus aller Welt, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Wir speisen an diesem Abend in der Nähe des Borough Market – und zwar indisch und sehr lecker – im Mango Indian.

Tag 3

Wieder rechtzeitig auf den Beinen, starten wir dort wo wir gestern aufgehört haben – beim Tower of London. Mehr Geschichte geht kaum. Hier kann man sowohl die Kronjuwelen bestaunen als auch extrem viel über die Geschichte der Monarchen erfahren. Wer sich mit der Geschichte über König Heinrich VIII. auskennt, weiß, dass er drei seiner vielen Ehefrauen im Tower hinrichten ließ. Auch hier empfiehlt sich ein Audio Guide sehr, da es unglaublich viel zu entdecken gibt.

Tower of London

TIPP: Am Morgen ist die optimale Zeit für den Tower. Es ist noch wenig los und in den Sommermonaten uch noch nicht so heiß. Besonders bei den Kronjuwelen ist die Schlange sonst sehr lang.

Nach einem Vormittag im Tower of London packt einen schon der Hunger. Also wieder rüber über die Tower Bridge zum Borough Market. Gerade samstags steppt hier der Bär. Alle Einheimischen und Touristen sind gefühlt auf einem der Londoner Märkte unterwegs. Hier gibt es Speisen aus aller Herren Länder, Obst und Gemüse, Süßes und Pikantes – einfach herrlich. Platzangst sollte man hier trotzdem nicht haben.

Borough Market

Borough Market

Borough Market

Für den Heimweg entscheiden wir uns für eine Schifffahrt auf der Themse vom Tower zurück nach Westminster. Gerade in den Sommermonaten sind die Schiffe allerdings sehr überfüllt und ihr müsst mit langen Wartezeiten rechnen.

Wenn schon in London, dann bitte unbedingt ins Musical. Wir entscheiden uns für The Lion King am Londoner West End.

TIPP: Wenn Ihr die Tickets ein paar Tage vorab direkt im Theater kauft (wir haben am Donnerstag die Karten für Samstag Abend gekauft) habt Ihr gute Chancen auf ein Upgrade. In unserem Fall war das der Zutritt zur Ambassador-Lounge im Lyceum-Theatre inklusive Champagner, Eis und Snacks. Das Musical an sich ist ein absolutes Highlight und es lohnt sich in jedem Fall!

ESSEN: Mitten im Covent Garden gibt es massenweise Restaurants, die speziell auf Theaterbesucher ausgelegt sind. Sehr touristisch leider. Es lohnt sich daher, etwas in die Seitengassen zu wandern und sich dort etwas zu suchen. Hilfreich ist hier auch die „Yelp“-App, die verschiedenste Restaurants in nächster Nähe nach Bewertung und Preis-Leistungsverhältnis anzeigt.

 

Tag 4

Unseren letzten Tag in London starten wir mit einem Besuch in Notting Hill. Wir spazieren die legendäre Portobello Road rauf, an der blauen Tür vorbei (Hugh Grant war leider nicht daheim 😉 und wieder runter. Sonntags sperren die meisten Läden in London erst um 11 Uhr auf, man kann aber auch schon davor herrlich bummeln. Auch hier gibt es wieder einen Street Market mit Gerichten aus aller Welt.

Notting Hill – immer ein Besuch wert.

Für letzte Souvenirs fahren wir noch einmal nach Covent Garden und geben uns die Touristenmeile pur. Abends geht es für uns ab zum Flughafen – ganz easy wieder per U-Bahn.

London, Du warst gut zu uns! See you soon!

Habt ihr noch Tipps für London? Lasst uns gerne einen Kommentar da! Wir werden bestimmt wieder hinreisen. Auch mit Kindern hat die Stadt vieles zu bieten.

Street Art in Notting Hill

Street Art in Notting Hill