Ohrwürmer, Oliven und ein Zimmerpicknick

Ohrwürmer, Oliven und ein Zimmerpicknick: Woran ich erkenne, dass ich Mama bin? An den Liedern, die mir nicht mehr aus dem Kopf gehen. Da hatte ich letzte Woche einen freien Abend (mein Gott, wie hab‘ ich mich darauf gefreut) und durfte nach Wien zu der Sponsionsfeier einer Freundin fahren. Und was spukt mir dann da in den Festsälen der Wiener Hauptuni durch den Kopf? „Hier kommt der kleine Drache Kokosnuss. Ich sende dir einen feurigen Drachengruß…“

Das gibt es doch nicht. Früher hab ich wirklich gerne Musik gehört, doch das ändert sich mit Kindern wirklich. Denn kaum legt man mal eine CD auf (ja liebe Kinder, es gibt noch ein Leben vor MP3 und Downloads), schreit das große Kind: „Die Musik gefällt mir nicht, ich will eine CD von mir hören“. Grmpf. Okay. Und schon dröhnt es aus den Lautsprechern: „Bei Oma schmeckt’s am besten, jedes Jahr zur Weihnachtszeit…“ oder „Im großen blauen Mehr schwimmt allerhand umher“. Versteht mich nicht falsch, ich finde die Kinderlieder toll. Aber es macht mich wahnsinnig, wenn sie mir dann tagelang als Ohrwurm durch den Kopf spuken. Ganz schlimm ist es immer vor dem Einschlafen, da singt man dann schon mal gedanklich vierzehn Strophen von „Lebkuchenmann sucht Lebkuchenfrau“.

Apropos Einschlafen: Hiermit vermelde ich feierlich, dass Noah in der Nacht jetzt wirklich keine Muttermilch mehr bekommt. Und das ganze 11 Stunden lang – Parampampampampam! Und er wacht auch nur mehr zwei bis dreimal auf, was in Noahs Fall schon eine immense Steigerung ist. Wir strotzen geradezu vor Energie… Naja, zumindest reichen die Augenringe nicht mehr bis zu den Knien…

Der Fluch des Adventkalenders

Was uns derzeit am Ausschlafen hindert, ist nicht etwa Noahs neuer Eckzahn, der seit gestern aus dem Zahnfleisch ragt, sondern Theos Adventkalender. Zu verlockend ist die Aussicht auf ein neues Abenteuer, als dass man (Theo) nach dem ersten Aufwachen um 6:30 Uhr noch mal die Augen zumachen könnte.

Der „Zeitgutschein“-Adventkalender ist also der volle Erfolg – vom Ausschlafen abgesehen. Theo ist sogar regelrecht enttäuscht, wenn statt dem Zettel einmal ein Überraschungsei oder eine andere Leckerei drinnen ist.

Gestern hatten wir es besonders lustig: Im Sackerl mit der Nummer Zehn stand geschrieben „Du darfst heute mit Noah, Mama und Papa ein Picknick in deinem Zimmer machen“. Also wurde das Abendessen schnurstracks in Theos Zimmer verlegt. Zu essen gab es selbstgemachte, picknicktaugliche Pizza und Getränke in Trinkflaschen – Gläser wären dann doch für Noah eine zu große Verlockung gewesen. Theo bereitete alles akribisch vor: Decke, Polster, Servietten – alle sollten es bequem haben. Und auch wenn Ordnungsfreak Flo der Sache recht kritisch entgegenblickte, war es doch die beste und lustigste Mahlzeit seit langem. Die Kinder fanden es großartig während des Essens am Boden herumzuwuseln und wir hatten eine entspannte Mahlzeit. Ich kann euch so ein Zimmerpicknick also nur wärmstens empfehlen, vor allem weil man danach die Picknickdecke einfach ausschütteln kann…

Die Erkenntnis des Abends? Noah liebt Oliven. Während Theo bei den schwarzen kleinen Dingern am Teller anfangs von Weintrauben ausging und dann bitter enttäuscht wurde, war Noah regelrecht begeistert von den salzigen Kugerln und verschlang eine nach der anderen. So gesehen wird einem mit Kindern nie fad: Sie überraschen einen jeden Tag aufs Neue. Da summt man dann auch gerne stundenlang vor sich hin: „Ich nehme euch mit, in meine Abenteuer, öffne meine Flügel und speie Drachenfeuer!“

Hier noch ein paar Eindrücke von unserem Zimmerpicknick. Falls ihr euch über die verschiedenen Farben wundert: Theo hat in seiner Lesehöhle unter dem Hochbett eine Lichterkette hängen, die die Farben wechselt. Immer wieder ein Hit, auch bei diversen Kinderbesuchen…

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