Sonnenschilauf und viiiiiiiiel Vanillepudding

Das mit dem Frühling ist ja immer so eine Sache, gell? Die ersten wirklich warmen Sonnenstrahlen lassen uns euphorisch nach draußen laufen und am liebsten würden wir im Garten gleich alles niederreißen. Aber dieser Frühling kann ganz schön heimtückisch sein. Zack, minus sechs Grad am kommenden Wochenende. Wait. What?????? Ja, der Winter, der Stritzi, ist noch noch nicht fertig mit uns und plant sein großes Comeback.

Drum hab‘ ich mir gedacht, ich blogge noch einmal übers Schifahren. Ganz aufgeben tun wir noch nicht. Trotz der wirklich frühlingshaften Temperaturen am vergangenen Wochenende haben wir noch einmal Schi, Hauben, Handschuhe, Helme und alle 3.574.641.257 Sachen, die zum Schiurlaub dazugehören zusammengepackt und sind in die Berge gefahren – Ziel: Obertauern im schönen Salzburg. Flo ist im vergangenen Sommer ja durch ganz Österreich gewandert (Was? Davon hörst Du jetzt zum ersten Mal, dann gibts hier nochmal alles zum Nachlesen 😉 und ist dabei auch durch Obertauern gekommen. Beeindruckt von der atemberaubenden Kulisse hat er schon damals gesagt: „Da müssen wir im Winter unbedingt einmal mit den Kindern hinfahren.“ Gesagt, getan.

Juhuuuu – die Danners machen Obertauern unsicher…

Weit ist es ja schon

Dreieinhalb Stunden Autofahrt trennen uns von unserem Ziel. Ziemlich weit mit zwei noch recht kleinen Kindern. Wir planen die Hinfahrt so, dass Noah im Auto seinen Mittagsschlaf halten kann. In der Theorie kommen wir so zumindest bis Salzburg-Stadt, wo sich Flo ohnehin noch seine neuen Fischer-Schi abholt. Vollbepackt starten wir also los in Richtung Westen, Noah schläft auch recht schnell ein und Theo darf sich einen Film am Tablet anschauen. Merke: Kinderkopfhörer sind super, man sollte sie allerdings nicht daheim liegen lassen. Zum Glück passen Papas Ohrstöpsel auch schon in Theos Ohren. Drama abgewendet. Phuuu.

Natürlich hält Noah nichts von unserem ausgeklügelten Plan und wacht nach 45 Minuten Fahrt wieder auf – GRMPF. Aber wir schaffen es mit viel Blödeln und Singen noch bis Mondsee, wo wir eine Pause einlegen und dann bis Salzburg weiterfahren.

Nach dem Materialcheck in Salzburg geht es weiter in die Berge und plötzlich kommt auch die Lust aufs Schifahren. Meterhoher Schnee und eine traumhafte Winterlandschaft machen es möglich – auch wenn wir uns das bei uns im Tal gar nicht mehr vorstellen konnten.

Jedenfalls haben wir wieder einmal gelernt, dass wir uns für lange Autofahrten mit Kindern gut vorbereiten müssen, damit hat es wirklich gut geklappt:

  • Genügend Snacks und Getränke (Bananen, Quetschis, Fruchtriegel, Trinkflaschen)
  • Tiptoi-Stift und Bücher (mit dem interaktiven Stift kann man auch ohne DVD-Player ganz gut überleben)
  • Kopfhörer für die Kinder (gerade wenn einer schläft wirklich wichtig)
  • Kleine Autos und Flugzeuge oder Männchen, mit denen auch im angeschnallten Zustand super gespielt werden kann
  • Was wir diesmal leider vergessen haben: Ein Tuch, um das Fenster neben Noah zu verdunkeln. Die Sonne hat ihn geblendet und er ist deshalb zu früh aufgewacht.
Endlich da!

Nach einer kurvenreichen Strecke kommen wir schließlich im Winterparadies an. Unglaublich, wie viel Schnee es in Obertauern noch gibt. Schnell noch die Liftkarten holen und dann ab ins Hotel. Wir sind genug gesessen für den heutigen Tag. Wohnen werden wir die nächsten Tage im Hotel Steiner, das zwar kein dezidiertes Kinderhotel ist, aber trotzdem sehr familienfreundlich (es gibt Kinderbetreuung, einen Spielraum, ein Hallenbad, einen Jugendraum und auch immer kinderfreundliches Essen, an manchen Tagen sogar ein extra Buffet für die Kids). Wir checken also ein und belagern sofort das Hallenbad, wo wir noch stundenlang plantschen und uns im Whirlpool und in der Familiensauna entspannen.

Siiiiiegerrrrrr!

Schon beim Abendessen fällt uns auf, dass Noah jegliches Essen verweigert, er trinkt nur einen Apfelsaft und isst nur ein bisschen was von der Nachspeise. Wir schieben es auf die Müdigkeit und freuen uns auf eine Nacht mit Bergluft.

Beim Frühstück am nächsten morgen (riiiiesiges Frühstücksbuffet – so mögen wir das) entdeckt Noah einen Vanille-Soja-Pudding, den er sich genüßlich einverleibt. Sonst verweigert er weiterhin. Sogar seinen geliebten Käse mag er nicht und auch kein Marmeladebrot. Was soll man machen? Zum Essen zwingen wir unsere Kinder nicht und wenn er Hunger hat, meldet er sich ohnehin.

Highlight: Es gibt Kinder-Ski-Doos

Ab auf die Piste!

Nach dem Frühstück geht es für Theo und mich ab auf die Piste während Noah und Flo mit dem Bob Obertauern unsicher machen – und das meine ich wortwörtlich. Noah wird zum richtigen Kamikaze-Bobfahrer, Hauptsache steil und Hauptsache schnell. Neben einem Schispringer haben wir wohl schon die nächste Extremsportart im Anmarsch – irgendwas machen wir falsch… 😉

Kamikaze-Bobfahrer Noah: Möglicherweise der Start einer Skeleton-Karriere?

Am Nachmittag kommen die Großeltern nach – was für eine Freude – und werden gleich im Hallenbad von den Kindern in Beschlag genommen. Abends dann die nächste Überraschung: Von Oma und Opa bekommt Theo Rollerskates zum Geburtstag, die natürlich  gleich – im Restaurant – ausprobiert werden müssen. Ich sehe schon den Wagen mit den Schnapsflaschen vor meinem geistigen Auge zu Bruch gehen, aber die Chefin des Hauses ermutigt Theo gleich, dass sich die Hotelgänge hervorragend zum Üben eignen.

Noah bleibt weiterhin seinem Vanillepudding treu. Da hat man dreimal am Tag ein riesiges Buffet zur Auswahl und das Kind will nur abgepackten Vanillepudding. Was ist da los? Ich habe fast das Bedürfnis, mich beim Koch zu entschuldigen, weil unser kleiner Gourmet seine Kost verschmäht… 😉 Die liebe Restaurantleiterin erkennt schnell Noahs Vanillepudding-Faible und lässt ihm ab sofort täglich in der Küche einen frischen, selbst gemachten Pudding zubereiten – welch ein Service, so einen guten Vanillepudding bekommen wir so schnell nicht mehr.

Zuerst denke ich, dass Noah nach seiner Krankheit (er hatte vor zwei Wochen den Mund voller kleiner Bläschen) vermutlich einfach noch nichts Festes essen mag. Wieder daheim isst er allerdings wieder ganz normal und mit voller Begeisterung. Mittlerweile glaube ich, dass es die ungewohnten Gerüche und das ungewohnte Umfeld sein könnten, warum er das Essen im Schiurlaub verweigert hat. Wie auch immer, manchmal muss es eben (ausschließlich) Vanillepudding sein… 😉

Ein Schigebiet für Groß und Klein

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich anfangs skeptisch war, was die Auswahl des Schigebiets betrifft. Ich war früher öfter mit meinem Papa in Obertauern, konnte mich aber nicht mehr erinnern, ob es auch genügend kindertaugliche Pisten gibt. Die Gamsleiten 2 als extrem-schwarze Piste ist ja legendär. Mittlerweile wissen wir aber, es ist kein Problem. Erstens kann man in Obertauern quasi sicher gehen, dass den ganzen Winter Schnee liegt, weil es eben so hoch gelegen ist. Und es ist auch für Kinder wirklich optimal.

Theo ist bereit für die Abfahrt.

Zum einen, weil man von allen Hotels im Ort direkt auf die Piste kommt ohne Bus oder langen Fußmarsch und auch die Pisten sind so angelegt, dass es immer eine Variante gibt, die mit Kindern gut befahrbar ist. Für Noah gab es viele Rutschmöglichkeiten und auch mit dem Bob oder Schlitten findet man Abfahrten für jeden Geschmack – übrigens auch für weniger risikofreudige Kinder. 😉

Und wieder einmal können wir von ganzem Herzen empfehlen, die Omas und Opas einzupacken und auch mitzunehmen. Die Kinder waren begeistert und es macht das Leben so viel entspannter mit zusätzlichen Animateuren aus der Familie. Und so konnten Flo und ich auch wirklich wieder etwas „Paarzeit“ genießen, während Theo und Noah mit den Großeltern im Schnee herumgetobt sind.

Sogar die Beatles gibts hier…und die Danners…;-)

Es gibt auch in den Schifahr-Pausen viel zu tun: Höhlebauen mit Oma und Opa zum Beispiel…

DANKE an alle Omas und Opas, die Ihre Kinder und Enkerl so super unterstützen!!!!

Es war ein toller Kurzurlaub in den Bergen und den Vanillepudding in Obertauern haben wir auch ausführlich getestet und für gut befunden. 😉

Papa nervt schon ziemlich mit den ganzen Selfies.