Theos „Block“

Theo diktiert der Oma

​Seit Theo weiß, dass ich einen Blog schreibe, will er das auch. Da er noch nicht versteht, was genau ein Blog ist, schreibt er auf seinem Block, also einem Schreibblock. Genauer gesagt schreibt auch nicht er, sondern er diktiert der Oma, was sie zu schreiben hat.
Jeden Abend also, vor dem Schlafengehen, wird noch „geblockt“ oder auf gut Deutsch: Tagebuch geschrieben. Das finde ich ganz, ganz großartig, vor allem, weil die Oma Theos Geschichten wortwörtlich niederschreibt. Und Theos „Block“ möchte ich euch keinesfalls vorenthalten. Hier also ein paar Auszüge – ein Best Of der bisherigen Einträge:
Sonntag, 21. August
Heute waren wir im Liberty State Park. Da mussten wir sehr weit gehen und es war sehr heiß. Beim großen Spielplatz habe ich schnell einen Freund gefunden. Der hat mich mit seinem schwarzen Auto, das wirklich von selbst gefahren ist, mitfahren lassen. Ich wollte sooo gerne selber lenken.
Am Heimweg hat es geregnet. Ich bin im Buggy unter dem Dach gesessen. Die Oma hat so eine Duschfrisur gehabt. Aber jetzt ist sie wieder trocken.
Montag, 22. August
Heute sind wir über die Brooklyn Bridge gegangen. Die war lang. Von der Brücke habe ich die Hochhäuser gesehen. Da war es sehr laut. Auf der anderen Seite sind wir in den Park gegangen, da war alles für Kinder: Tattoos, bemalen, basteln und Bohnensackerl werfen. Eine Band hat Happy Birthday gespielt, weil es den Park schon 100 Jahre gibt. Da war eine Trommel so laut, dass mir die Ohren fast runtergefallen sind.
Dienstag, 23. August
Heute sind Mama, Oma, Noah und ich in ein Einkaufszentrum gegangen. Am Nachmittag ist Papa gekommen und ich habe ein Eis bekommen. Wir hätten bald die Oma nicht mehr gefunden, weil sie aufs Klo gegangen ist.
Mittwoch, 24. August
Im Hamiltonpark am Spielplatz habe ich mit der Mama mit der Stange trainiert. Ich kann mich schon selber drüberdrehen. Dann hab ich es Oma gezeigt. Beim dritten Mal hab ich mich so angehaut, dass ich eine Beule auf der Stirn gekriegt habe. Am Heimweg sind wir noch einkaufen gegangen. Die Frau bei der Kassa hat mit Schokostangerl geschenkt.
Freitag (ohne Datum)
Mit einem Bub, der Maison heißt, hab ich Fußball gespielt und mit dem Lager,  oder wie der geheißen hat, habe ich Spaß gemacht. Wir haben immer „Pupsalarm“ gesagt und dann haben wir so lachen müssen.
Montag, 29. August
Beim Mittagessen hab ich mir einen roten Saft ausgesucht und der hat mir nicht geschmeckt. Es war der Falsche. Aber der Burger war sehr gut. Auf einmal habe ich Papa gesehen, er ist beim Frisör Haare schneiden gewesen. Beim UNO spielen am Abend hab ich die Oma vier Mal reingehaut.
Dienstag, 30. August
Bei der Fähre war ein Unfall. Hubschrauber sind immer rundherum geflogen und die Rettung und Feuerwehr war da. Es war sooo laut. Papa hat gefilmt. Einen Mann habe ich auf der Trage von der Rettung gesehen. Dann sind wir in die falsche Fähre eingestiegen und wir haben wieder zurückfahren müssen. Das hat mir gefallen. Die nächste Fähre war richtig, aber es war schon fast finster. Die Hochhäuser und Wolkenkratzer waren beleuchtet. Das ist sooo schön.
13. September
Heute sind wir zum ersten Mal mit dem Bus in die Stadt gefahren. Gemeinsam mit Papa sind wir mit der Fähre auf Governors Island gefahren. Da haben wir die längste Rutsche von New York gefunden. Das war super. Viele verschiedene Kinder waren da. Die mit den langen Kleidern und Umhängen waren am schnellsten.
So schaut also Theos Sicht der Dinge aus. Sein Block bekommt zu Hause sicher einen Ehrenplatz, denn den werden wir noch oft mit Begeisterung lesen.