Und plötzlich flippt er aus…

Unter dem Begriff „Trotzphase“ konnte ich mir bisher eigentlich nichts Konkretes vorstellen. Natürlich hab ich schon öfter mitbekommen, dass ein Kind am Spielplatz die Nerven verliert oder weinend am Boden sitzt und nicht mehr weitergehen will. Auch hier war das bei Theo schon mal der Fall, aber das war doch keine Trotzphase – nur mal kurz die Nerven weggeschmissen. Und somit wanderte ich durch mein Mamaleben, völlig unbedarft was trotzige Kinder angeht. Tja und dann? Dann kam Noah und belehrte mich eines Besseren…

Wehe, wenn das Spielzeug nicht das macht, was Noah will…

Doch von Anfang an: Das ich als Frühaufsteherin von langschlafenden Männern umgeben bin, stört mich jetzt nicht sonderlich. Flo allerdings leidet schon etwas: Er hat sich einen Job gesucht, der absolut nicht seinem Biorhythmus entspricht. Wenn bei einem Nachtmenschen der Wecker um zwei Uhr morgens klingelt, ist das noch viel schlimmer, als für einen Morgenmenschen. Wobei, wenn ich´s recht bedenke, diese Uhrzeit ist wohl für jedermann unchristlich. Aber selber schuld, gell? 😉

Jedenfalls schlafen die Buben und der Mann gerne lange (schon mal bis 9:30 Uhr), kennen dafür aber abends kein Ende – was für mich jetzt eine Herausforderung darstellt, da ich nach 20 Uhr einfach nicht mehr mag – gar nichts nämlich, außer Couch und Beine hoch.

Morgenmuffel und ein fliegendes Honigbrot
Mit all dem kann ich aber gut leben. Was ich aber so gar nicht mag ist, wenn die Kinder schon grantig aufstehen.
Bei Theo ist der Grant meist schnell erledigt, wenn der Zuckerspiegel nach dem Frühstück wieder passt. Noah ist allerdings ein ganz anders Kaliber. Schon letztes Jahr in Amerika mit gerade mal sechs Monaten hat sich gezeigt, dass Noah ein Morgenmuffel ist wie er im Buche steht. Damals war er morgens schon so schlecht gelaunt, dass wir ihn nach einer halben Stunde wieder schlafen gelegt haben. Erst ab Mittag wurde die Laune besser, um bis zum Abend hin glänzend zu werden.

Momentan ist die Lage so, dass man morgens nie weiß, mit welcher Laune der Herr aufsteht und welche Gelüste er bezüglich Frühstück hegt. Manchmal läuft alles reibungslos, ja fast harmonisch ab. Manchmal allerdings zieht er alle Register: da wird schon die Stirn gerunzelt und sich fast angeekelt vor dem Frühstück weggedreht. Ja, letzte Woche erst hat mir Noah sein Honigbrot nachgeschmissen vor lauter Wut. Und man kann ihm dann die nächsten 15 Minuten gar nichts recht machen. Selbst den von Oma eilig herbei gebrachten Schokoriegel hat Noah nur schreiend in der Hand gehalten, nur um dann noch wütender zu werden, weil die blöde Schoko auch noch in der Hand schmilzt.

dann wird es schon mal wütend weggestoßen

Anfangs hat mich dieses Verhalten schon mal aus der Bahn geworfen und ich hab geschimpft. Mittlerweile weiß ich, dass hier keine Intervention hilft. Die Wut muss nunmal aus dem Kind raus. Also wird Noah vom Hochstuhl gehoben und er läuft dann schreiend in sein Zimmer, bitzelt dort dann einige Minuten vor sich hin, wird ruhiger und gestattet Mama oder Papa eine Audienz. Dann darf gekuschelt und getröstet werden, aber wehe man kommt eine Minute zu früh…

Noah hat sich auch schon öfter beim Einkaufen auf den Boden geworfen, weil er nicht das gewünschte Zuckergetränk bekommen hat (wir nennen es das Dreh-und-Trink-Dilemma). Damit kann ich allerdings recht gut umgehen. Tricky wird es nur dann, wenn sich das Kind schon vorher eines von diesen kleinen Einkaufswagerln eingebildet hat und man dann das viel zu niedrige Wagerl mit der einen Hand schieben und das wütende Kind mit der anderen Hand tragen will. Spätestens bei der Wursttheke ist alles wieder gut: Noah hat sämtliche Flirttechniken drauf um mindestens fünf Radln Extrawurst zu ergattern.

Mich würd jetzt interessieren: Wie sind eure Kids drauf? Trotzen sie auch manchmal ganz schön heftig? Und wenn ja, wie geht ihr damit um? 

Wir Danners wünschen euch einen tollen Sommer mit viel Spaß, baden und Sonnenschein und ganz wenig Trotzanfällen…;-)