Und weg ist er…

 

 

Christina und Flo am Wiener Flughafen

Wisst Ihr was die Kommunikation in einer menschlichen Beziehung nicht unbedingt vereinfacht? Verschiedene Zeitzonen.

Flo ist jetzt seit einer Woche in den USA und wir verpassen uns ständig. Das liegt zum einen an den sechs Stunden, die wir hier in Österreich Flo voraus sind und zum anderen daran, dass mit einem schlaflosen Baby das Telefonieren abends maximal 10 Minuten am Stück klappt. Und untertags zu telefonieren mit zwei Kindern um einen herum: Alle Eltern unter Euch verstehen die Tragik bzw. Komik dieser Situation.

Jedenfalls ist Flo nun seit einer Woche in Washington und es geht ihm gut: Der Jetlag ist überwunden, er „genießt“ 38 Grad Außentemperatur und trifft täglich sehr spannende Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft. Wenn es die Zeit erlaubt joggt er eine Runde ums Weiße Haus. Sein Tag ist ausgefüllt und er fällt abends todmüde ins Bett. Er lässt sein nigelnagelneues Smartphone in einem Taxi liegen und bekommt es nächsten Tag tatsächlich von einem ehrlichen Finder retour, dieses Glückskind…

Flo vorm Weißen Haus in Washington

In manchen Momenten ertappe ich mich dabei, wie ich ihn beneide: um den kinderlosen Hinflug – wobei das mit 196 cm Körpergröße auch so eine Sache ist. Um die durchgeschlafenen Nächte und um den Austausch mit anderen Erwachsenen…aber ich vergönn es ihm auch von Herzen – er hat wirklich hart dafür gearbeitet.
Heute geht’s für Flo jedenfalls weiter nach New York City, wo er morgen seinen Job bei NBC beginnt. Ich bin schon sehr gespannt und wir werden hier natürlich berichten…
Außerdem wird Flo ab morgen viele Apartments besichtigen und hoffentlich etwas lauschiges und vor allem leistbares für uns finden. Denn die „günstigste“ Hotelvariante hätte uns für zwei Monate rund 69 000 Euro gekostet – war uns dann doch „ein bisserl“ zu viel.
Bisher haben wir unser Glück schon auf allen uns bekannten Plattformen versucht und es waren auch schnell attraktive Angebote gefunden. Zum Glück haben uns Freunde, die schon Erfahrungen am Wohnungsmarkt NYC aber gewarnt: niemals ohne Vorabbesichtigung. Und tatsächlich: Sobald wir um einen Besichtigungstermin in den vermeintlich tollen und günstigen Wohnungen baten, war plötzlich Stille im Mailverkehr…so gesehen haben wir uns jetzt schon viel Geld und Nerven gespart…
Nun entspricht es so überhaupt nicht unserer Mentalität, zwei Wochen vor Abflug noch nicht zu wissen, wo wir wohnen werden und es macht mich ehrlich gesagt oft etwas nervös. Für morgen stehen jedenfalls schon ein paar Besichtigungen an. Also Daumen halten!
Ja genau, zwei Wochen trennen die Kids, Oma und mich noch vom bisher größten Abenteuer unseres Lebens. Ich schwanke täglich zwischen Vorfreude, Aufregung und Gedanken wie „Oh mein Gott, ich muss noch sechs Koffer packen, Kanalrechnungen bezahlen, Autokennzeichen stilllegen, Zeitungsabos abbestellen, rasenmähen…“ Aber auch das werden wir schaffen.
Und demnächst lest Ihr hier, warum der sieben Monate alte Noah allein auf einem Hocker ohne Lehne sitzen sollte und auf keinen Fall den Mund öffnen durfte.