Verkleidungswahnsinn bei den Danners

Noah ist ein Fan von Kopfbedeckungen und jetzt auch von Superhelden-Masken

Fasching. Hätten wir keine Kinder, würde die Narrenzeit komplett an uns vorübergehen. Aber bei den Kids ist der Fasching natürlich ein RIESEN-Thema. Seit Wochen überlegt Theo schon, wie er sich verkleiden möchte und sorgt bei mir für den einen oder anderen Schweißausbruch.

Während sich die Kindergartenfreunde süße Verkleidungen aussuchen – Zirkusdirektor zum Beispiel oder Polizist – möchte Theo unbedingt ein Ninja Turtle sein. Nicht, dass er die dazugehörige Fernsehserie kennen würde. Aaber die Turtles findet er richtig toll, vor allem weil die kämpfen können und eine Augenbinde tragen. Jeglicher Versuch, ihn von einem anderem Kostüm zu überzeugen, scheitert kläglich. Jetzt weigere ich mich aber, ein Kostüm zu kaufen. Dafür, dass es dann einmal getragen wird und im Kasten vergammelt, ist mir das zu teuer. Und was soll das eigentlich, dass bei manchen Superheldenkostümen die Muskeln schon eingenäht sind? Da schwitzt man schon beim Anschauen. Und bewegen kann sich darin auch keiner mehr gescheit. Naja, jedenfalls machen wir das Turtle-Kostüm selber. Natürlich mit Omas Hilfe, ich besitze ja nicht einmal eine Nähmaschine. Grüne Jogginghose und T-Shirt sind schnell besorgt (Daumen hoch: Beides kann man später nochmal anziehen!). Und Oma näht einen „Panzer“ zum Umschnallen. Opa schnitzt ein Schwert – ja, richtig gelesen, Opa kann einfach ALLES machen, was sich Sir Theo  wünscht. Und aus einem alten roten T-Shirt basteln wir die Augenbinde. Turtle fertig, voller Erfolg.

Theo im selbstgebastelten Turtle-Kostüm. Augenbinde war dann doch nicht so angenehm…;-)

Hunde- und Katzenfest

Eines Tages kommt Theo dann vom Kindergarten heim und sagt: „Mama, du musst mir eine weiße Hose und ein weißes Leiberl kaufen.“ Da Theo sowieso sehr speziell ist in puncto Kleidung, sage ich nur halbherzig: „Theo, eine weiße Hose kaufen wir nicht, die wird doch ganz schnell schmutzig und dann bist du enttäuscht.“ Aber Theo lässt nicht locker. Er müsse das weiße Gewand mit in den Kindergarten bringen, er ist dort im Fasching nämlich ein weißer Windhund. Was? Ich werfe einen sehnsüchtigen Blick auf unser tolles Turtlekostüm im Eck. Ein bisschen wütend stapfe ich nächsten Tag in Theos Gruppe und frage die Pädagoginnen: „Echt jetzt? Ich muss Theo ein weißes Outfit besorgen? Wem ist denn das eingefallen? Wir haben schon ein Kostüm.“ Die Damen lachen und sagen, dass sie – zusätzlich zum Faschingsdienstag eine Woche vorher – ein Hunde- und Katzenfest veranstalten. Jedes Kind darf sich aussuchen, welcher Hund oder welche Katze es sein möchte. Auch die Farbe steht zur Auswahl. Und Theo hat sich selbst ausgesucht, dass er ein weißer Windhund sein möchte. Etwas verlegen entschuldige ich mich, sie falsch verdächtigt zu haben, und mache mich auf zur Mission „weißes Outfit“. Schon einmal versucht, für Kinder einfärbige Kleidung ohne Aufdruck zu finden? Quasi unmöglich. Ich werde schließlich in der Mädchenabteilung fündig – psssst, das darf Theo niemals erfahren – und kaufe eine weiße Strumpfhose (die können wir zumindest nächsten Winter noch unter der Schihose anziehen). Vom Nachbarsbub bekommen wir ein weißes Shirt. Windhund fertig, voller Erfolg.

Und dann kam Feuerwehrmann Sam

Am Faschingswochenende geht es im Heimatort hoch her. Neben dem obligatorischen Faschingsumzug gibt es noch ein Faschingsfest vom Elternverein im Turnsaal der Volksschule und einen Kinderfasching vom Tourismusverein. Zudem dürfen die Kinder morgen am Faschingsdienstag noch verkleidet zum Kinderturnen und natürlich in den Kindergarten. Anlässe genug, um das tolle Turtle-Kostüm auszuführen. Ihr ahnt schon, was gleich kommt: Genau, Theo hat einen anderen Plan.

Beim Kinderfasching ist ordentlich was los – Pipi, Feuerwehrmann Sam und Carmen sind live dabei.

Er möchte nämlich jetzt doch als Feuerwehrmann Sam gehen. ARRRRGGHHHHHH. Für alle kinderlosen Menschen unter euch: Feuerwehrmann Sam ist eine Kultfigur bei drei- bis sechsjährigen Kindern. Ein Mann, der alles kann (und etwas nervig ist, findet die Mama ;-). Unser Glück ist, dass der Opa (der auch alles kann, wie wir wissen) Theo schon vor einiger Zeit aus Plastikflaschen rote Sauerstoffflaschen gebastelt hat. Ein Feuerwehrmann von heute braucht die natürlich unbedingt. Unter den 238.674.827.342 Spielsachen findet sich auch ein gelber Helm und blaue Hose und blaues Shirt haben wir sowieso. Feuerwehrmann fertig, voller Erfolg.

Bleibt nur abzuwarten, wie Theo morgen das Haus verlässt. Ob als Hund, Turtle oder Sam – wir sind vorbereitet. Bei meinem Glück ist ihm dann aber wahrscheinlich eher nach Eisprinzessin…