Von zu knappen Badehosen und einem Bus voller AsiatInnen

Die Asiantinnen fallen über meine Männer her

Da sitz ich am Pool eines Hotels in Pismo Beach und schreibe einen Blogbeitrag: das Leben ist wirklich hart. Unsere Reise von Los Angeles hierher war aber schon wieder ein kleines Abenteuer für sich.

 Weil wir neben Flos Job noch so viel wie möglich vom Land sehen wollen, fahren wir weite Teile auf dem legendären Highway No. 1 Richtung Norden. Unfassbar schön: schroffe Klippen, an die die Wellen des Pazifiks donnern. Dazwischen traumhafte Sandstrände, Feigenplantagen und Oleanderbüsche. Die Reise führt uns vorbei an Baywatch-Malibu, Santa Monica bis zum ersten Zwischenstopp am East Beach von Santa Barbara.

Weil Noah nicht so wahnsinnig gern Auto fährt, legen wir die meisten Kilometer zurück, sobald er schläft und machen oft Pause, wenn er munter ist. Theo nutzt die Autofahrt um Omas Aussprache von amerikanischen Wörtern zu verbessern. „Oma, sag mal World Trade Center“, „Oma, sag mal San Francisco“. Denn während Theo das amerikanische „Kaugummienglisch“ schon gut drauf hat, spricht Oma das „R“ halt recht österreichisch aus: Theo findet das jedesmal zum Totlachen. Und so schlängelt sich unsere lustige Reisegesellschaft über die Küstenstraße nach Santa Barbara, wo wir dringend das Meer ausprobieren müssen.

Am Strand angekommen sticht uns sofort ein älterer Herr ins Auge: bestimmt 70 Jahre alt, knackig braun, muskulös und mit dem knappsten Stringtanga bekleidet, den ich jemals gesehen habe. Versuche, die Oma zu einem Foto mit diesem Bild von einem Mann zu überreden, scheitern leider kläglich.

Unsere Ruhe am Strand wird plötzlich durch einen Bus gestört, der eine Gruppe von Asiaten und Asiatinnen aussteigen lässt. Zunächst sind sie, genau wie wir, begeistert vom weißen Sand und dem blauen Meer – bis sie uns entdecken…

Mit Freudenausrufen stürmen mindestens zehn Asiatinnen auf unsere Kinder zu und fangen an, Fotos von ihnen zu machen. Scheinbar sehen sie zum ersten Mal blonde weiße Kinder mit großen, blauen Augen. Wir wissen jetzt, wie sich Zootiere fühlen müssen. Doch es wird noch skuriler: Plötzlich fangen die Damen an Noah an Händen, Füßen und Kopf zu streicheln und zu zwicken. Eine Frau reißt Flo Noah sogar aus der Hand, um ein Selfie mit ihm zu machen. Das reicht mir und vor allem Noah und wir lassen die Herrschaften wissen, dass das so nicht geht. Bei Theo versuchen sie es mit Bestechung und drücken ihm allerhand Süßigkeiten in die Hand, im Gegenzug für ein gemeinsames Foto. Theo lehnt mit einem: „Ihhh, das riecht nach Speck!“ ab. Der Buschauffeur erlöst uns schließlich und mahnt die Gruppe zur Weiterfahrt. Später erklärt mir eine Freunde, dass es in Teilen Asiens Glück bringen soll an blonden Haaren zu ziehen…Na, da hatten wir ja noch mal Glück – die Haare sind noch dran.

Wir schwimmen noch ein bisschen und machen uns dann auch wieder auf den Weg: zu neuen Abenteuern und mit der Gewissheit, dass wir, zumindest in Japan, groß Karriere machen könnten…