Zu Gast bei Elmo, Ernie und Bert und was Hermine damit zu tun hat…

meine Jungs am Strand von Staten Island

Vergangenes Wochenende ging es hier in den USA so richtig rund, denn am Montag war Labor Day und somit ein Feiertag in Amerika. Labor Day ist so etwas wie der Tag der Arbeit bei uns in Österreich, allerdings ist der hier nicht fix an ein Datum gebunden, sondern immer am ersten Montag nach dem ersten Wochenende im September – ganz klar, oder? Ich finde das toll – denn somit ist es immer ein freier Montag und wir alle brauchen weniger Montage im Leben, richtig?

Jedenfalls haben uns unsere New Yorker Freunde empfohlen, bloß nicht in der Stadt zu bleiben am Labor Day weil erstens zu heiß und zweitens zu viele Touristen. Die New Yorkerinnen und New Yorker selbst fahren dann auch „aufs Land“ raus: nämlich an einen der schönen Strände Long Islands, der Hamptons oder New Jerseys…gesagt getan: so machen wir es auch. Mietauto reservieren, Sonnenschirm einpacken und los gehts. Doch weit gefehlt: Sturmtief „Hermine“ macht uns einen Strich durch die Rechnung. Denn während der Sturm schon weite Teile Floridas lahm gelegt hat, geht man hier auf Nummer sicher: alle Strände sind das ganze Wochenende gesperrt. Bei Wasserratte Theo ist die Enttäuschung groß und die Krokodilstränen kullern. Kindergerechtes Ersatzprogramm muss her und zwar schnell. Papa Flo hat die rettende Idee: Nur eine gute Autostunde von New York entfernt befindet sich der „Sesame Place“, so etwas wie Disneyland, nur mit den Figuren der Sesamstraße. Selbige ist bei uns daheim ja weniger verbreitet, hier aber bei allen Kindern der Hit. Theo ist begeistert und somit steht unser Programm für Samstag.
Trotz des starken Winds wird Theos Schwimmerherz am Sesame Place nicht enttäuscht: unendliche Wasserspielplätze, Rutschen mit und ohne Reifen, Wellenbad, Achterbahnen, Karussells und andere Grausamkeiten. Für eine Runde Karussellfahren stehen wir gleich mal eine Stunde an – und das wird auch nicht das letzte Mal sein. Da man vorab schon einen horrenden Eintrittspreis bezahlt, sind die einzelnen Attraktionen im Park zumindest kostenfrei. Und dafür heißts dann anstellen. So auch um ein gemeinsames Bild mit Elmo, Big Bird, Graf Zahl und Co zu ergattern – dieses Selfie lassen wir dann mal aus…
Selbst für einen Becher Kaffee stellen sich hier die Erwachsenen ohne Maulen hinter 50 anderen Leidensgenossen an  – das möcht ich mal in Österreich sehen… 😉
Spätestens in diesem Vergnügungspark fällt uns auf, dass es hier sehr viele Übergewichtige und leider auch sehr dicke Kinder gibt. In der stylischen Stadt New York City haben wir das bisher nicht bemerkt, die Stadt ist so divers – da gibt’s von allem etwas und vor allem sehr viele sportliche und fitte Menschen. Etwas außerhalb ist das Bild schon ein anderes. Ein Blick auf die Picknickdecken der Familien: Chips, Softdrinks, Donuts, Muffins…alles was das Herz begehrt und leider auch oft die kostengünstigste Ernährung. Wenn ein Cheeseburger mit Pommes eben mal 5 Dollar kostet, ist der Salat um 10 Dollar nicht mehr so attraktiv. Erschreckend sind für uns am Sesame Place dann aber solche Angebote: Beim Kauf eines 1-Liter-Elmo-Getränkebechers um 9 Dollar kannst du den ganzen Tag über so oft du möchtest Softdrinks bei einem der vielen Stände nachfüllen, das heißt Cola, Fanta, Sprite und andere überzuckerte Limonaden. Wasser kostet pro 0,3-Liter-Flasche zwei Dollar – kein Wunder also, dass viele zu den Zuckersäften greifen. Und ganz schwierig für uns, Theo zu erklären, warum er nicht jeden Tag ein Fanta trinken darf.
Ansonsten genießen wir den Tag mit Ernie, Bert, dem Krümelmonster und Co. sehr. Der Sturm kann uns hier, abgesehen von Wasserratte Theos blauen Lippen („NNNNNeinnnnn, mmmmmmirrrrrr issssst ggggggar nnnnnicht kkkkkkkalt“) gar nichts anhaben und sogar Noah genießt eine Reifenfahrt am „Lazy River“ – natürlich mit Schwimmweste, ohne der wir an den hysterischen Rettungsschwimmern nicht vorbeigekommen wären.
Den Sonntag verbringen wir trotz aller Sturmwarnung am Strand mit Sandburgbauen, Muschelsuchen, Sand- und Meerwasserverkostung für Noah (von beidem doch dann eher weniger angetan) und Sonnetanken – inklusive Sturmfrisur.
Und auch den Montag haben wir am Wasser verbracht: nämlich an einem sehr beschaulichen See namens Hooks Creek Lake im Cheesequake State Park (ja, der Park heißt tatsächlich so) – einem Indianer-Reservoir, umgeben von Wäldern, Wiesen und Rettungsschwimmern – ganz nach unserem Geschmack.