Schulstart oder: Wenn die Nerven sich verabschieden!

Also eines lernt man als Elternteil eines oder mehrerer schulpflichtiger Kinder im September: Wenn du glaubst, du bist schon der totaaaale Profi in Sachen Schulstart und es kann dich echt nichts mehr aus der Ruhe bringen, wirst du mit Sicherheit eines Besseren belehrt. Oder anders ausgedrückt: Wann hat sich eigentlich mein Organisationstalent verabschiedet?

Die ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres waren also, sagen wirs so, interessant. Aber gehen wir noch einen Schritt zurück.

Die letzte Ferienwoche – Vorbereitung auf den Schulstart

Ich bin ja eine wahre Meisterin der guten Vorsätze. Nicht nur was Neujahrsvorsätze betrifft, sondern auch Vorsätze, was wir in den Ferien nicht alles machen werden, um uns gut auf den Herbst und den Schulstart vorzubereiten. Jede Woche wird zumindest ein Lesetext geübt, die Schulsachen besorgen wir schon im Juli, da steht man nämlich noch nicht an in den Geschäften und in der letzten Ferienwoche stehen wir fix früher auf, damit sich die Kinder wieder an den neuen Rhythmus gewöhnen können.

Ihr ahnt es schon – gar nichts haben wir davon umgesetzt. GAR NICHTS!

Naja, lesen geübt haben wir mit Theo schon, aber natürlich nicht in der Häufigkeit, wie ich es mir vorgenommen habe. So lange diese neun Wochen Ferien auch anfangs scheinen, so schnell sind sie auch wieder vorbei. Die ersten Wochen sollen ohnehin mal genossen werden, dann kommt der Urlaub, dann sind die Kinder bei den Großeltern und ZACK, schon ist Ende August.

Das mit dem früher Aufstehen haben wir dann auch nicht durchgezogen, denn wie lautet das Eltern-Mantra Nummer 1? WECKE NIEMALS EIN SCHLAFENDES KIND! Es ist nämlich zu schön, wenn die Kinder nach den letzten 39457 Jahren Schlaflosigkeit endlich beginnen, länger zu schlafen und man selbst nicht mehr um 5.30 Uhr aufstehen muss. Also weg mit diesem sinnbefreiten Vorsatz. Denn, sind wir uns ehrlich, es ist völlig egal, ob man die Tage vor Schulstart früher aufsteht, montags wacht es sich trotzdem schwerer auf als an allen anderen Tagen ;-).

DIE LISTE oder: Der kleine, feinen Unterschied zwischen hellblau und türkis

Was hab ich mich am Ende des Schuljahres gefreut, dass Theos tolle Lehrerin schon die Liste für die benötigten Schulsachen der zweite Klasse dem Abschlusszeugnis beigelegt hat. Wie toll ist das denn? Stressfrei noch alle Materialien besorgen, bevor Ende August alle die Geschäfte stürmen. Traumhaft, denn dieses Jahr haben wir so fix schon Ende Juli alles beisammen.

Mhm. Wer rennt also am Montag, dem ersten Schultag, völlig gestresst durch die Stadt, weil am nächsten Tag alles mit in die Schule muss? Miss Über-Super-Organisiert herself natürlich. Und wer findet ausgerechnet dann die Liste nicht mehr? Genau.

Zum Glück gibt es WhatsApp-Gruppen und Mütter, die tatsächlich gut organisiert sind und die einem die Liste dann noch einmal durchschicken. So, also rein in den Trubel und schnell alle Dinge kaufen, die noch fehlen. Zum Beispiel Heftumschläge in hellblau.

Verdammt, es gibt zwar lila und ein dunkles Blau, aber keine hellblauen Einbände. Das gibts noch nicht. Nach gefühlten Stunden des hilflosen Rumrennens die erlösende Nachricht einer befreundeten Mama: Mit hellblau ist türkis gemeint, sie hat extra nachgefragt. Ein Hoch auf alle Mütter, die mitdenken: Ohne euch wär ich verloren.

Die Liste

Und – man glaubt es kaum – nach einer nächtlichen Beschriftungsorgie hat Theo am nächsten Tag wirklich alle Schulsachen beisammen, nur um mich am Nachmittag zu schimpfen, dass ich das Schüttelpenal falsch eingeräumt und die Wasserfarben in das falsche Sackerl gegeben habe…GRMPF!

Neue Challenge: Das Kind will jetzt alleine gehen!

Und wenn du endlich das Gefühl hast, alles wieder im Griff und die ersten Tage des neuen Schuljahres überlebt zu haben, ja genau dann kommt der Sohn und sagt, dass er ab morgen gerne allein bzw. mit seinen besten Freunden in die Schule gehen möchte. Zu Fuß…

Super Idee und wir sind auch richtig stolz, dass er sich das jetzt traut. Aber unsere Morgenroutine ist gleich mal wieder beim Teufel. Theo muss so noch früher das Haus verlassen und ich möchte ihn selbstverständlich die ersten paar Male zum vereinbarten Treffpunkt bringen. Neuer WhatsApp-Gruppe sein Dank schreiben die Eltern der betreffenden Kinder in der Früh noch schnell, wer aller zu Fuß geht, damit niemand allein gehen muss.

Noah bleibt geschwind 5 Minuten alleine daheim, während ich mir beim Weg mit Theo alle Horrorszenarien ausmahle, was Noah jetzt alles anstellst daheim und mir zeitgleich Sorgen mache, ob die Kinder eh wirklich bei jeder Kreuzung stehen bleiben und schauen, dass kein Auto kommt. Natürlich haben wir den Schulweg zuvor schon einige Male gemeinsam geübt und trotzdem bleibt ein mulmiges Gefühl. Aber wie heißt es so schön: Let them grow und traue deinem Kind das zu!

Theo geht jetzt gemeinsam mit seinem besten Freund zu Fuß in die Schule

4985729 Schweißausbrüche später bin ich wieder daheim bei Noah, mache ihn fertig für den Kindergarten und fahre in die Arbeit. Klarerweise habe ich in den letzten Tagen IMMER meinen Zug versäumt. Also ihr seht: Es gibt noch Optimierungspotential.

Natürlich schafft Theo den Schulweg locker und wir finden es toll, dass er zu Fuß geht und sie in der Früh schon Spaß gemeinsam haben. Diese Woche ist er dann auch schon das erste Mal alleine heimgegangen, ohne Probleme und sogar mit dem Satz: “Mama, entschuldige, dass das länger gedauert hat, aber wir mussten mal eine Pause einlegen.”

Noch darf ich morgens ein Stückerl mitgehen

How to survive Schulbeginn

Jetzt hat also in ganz Österreich das Schuljahr wieder begonnen und ich kann mich noch gut erinnern, wie aufregend alles letztes Jahr war mit einem Tafelklassler. Ich hab euch damals schon die, für mich, hilfreichsten Tipps für einen guten Schulstart zusammengeschrieben – hier könnt ihr alles noch einmal nachlesen und lasst euch eins gesagt sein, mit Gelassenheit klappts auf jeden Fall besser.

Zumindest bis zum nächsten Elternabend…;-)