Skifahren lernen: Wann am besten starten?

Endlich ist so richtig Winter. Und ja, ich weiß, die Winterskeptiker hier – vor allem die Hardcore-Großstädter 😉 – jammern gerne, wie mühsam und unangenehm die kalte Jahreszeit ist. Dabei gibt es doch für Kinder nichts besseres als riesige Schneehaufen, Bobwiesen und Schneeballschlachten. Uns passiert es nicht mal im Sommer, dass die Kinder schon vor dem Frühstück raus in den Garten wollen. Das kann nur der Winter und Neuschnee…

Ab auf die Piste

Winter ist definitiv die Dannerische Lieblingsjahreszeit. Wir sind allesamt durch und durch Winterfans. Flo und ich sind im Mühlviertel aufgewachsen, wo die Winter eben noch richtige Winter sind, mit viel Schnee und somit Nachmittagen auf Bob- und Skiwiese. Ganz klar, dass wir unseren Kindern auch die Freude am Schnee mitgeben wollen. Durch Theos Skisprungbegeisterung haben wir den Großen zumindest wintertechnisch schon gut infiziert und auch Noah wollte heuer unbedingt schon mit dem Skifahren beginnen.

Aber ist das nicht noch ein bisserl zu früh für einen gerade Dreijährigen? Das haben wir uns natürlich auch gefragt. Nachdem er allerdings dem großen Bruder so oft beim Skifahren und Skispringen zuschaut, war schnell klar: Er muss es heuer auch probieren dürfen. Mit dem Skispringen lässt sich Noah (hoffentlich ;-)) noch ein paar Jahre Zeit…

Der ideale Zeitpunkt

Wann ist also der richtige Zeitpunkt, um Kindern das Skifahren beizubringen? Ich komme aus einer Skilehrerfamilie und hab’ neben dem Studium in meinem Heimatort selbst als Ski- und Snowboardlehrerin gearbeitet. Und von da weiß ich: Den idealen Zeitpunkt bestimmt das Kind. Theo war schon vier Jahre alt, als er wirklich die ersten Schwünge fahren und bremsen konnte. Bei Noah ist als zweites Kind alles ein bisschen früher – einfach deshalb, weil er es bei Theo sieht und unbedingt dem großen Bruder nacheifern will. Fakt ist, mit vier Jahren tun sich die Kinder am leichtesten, weil sie schon vieles verstehen und trotzdem noch nicht zu ängstlich sind. Wenn das Kind aber auch mit vier Jahren noch nicht skifahren möchte, macht es auch nichts – es soll ja unbedingt Spaß haben. Dann also lieber noch ein bisschen warten…

Skikurs ja oder nein?

Neben mir selber sind auch mein Bruder und meine Nichte Skilehrer. Damit war für uns eigentlich immer klar, dass unsere Kinder keinen Skikurs brauchen, weil wir die Expertise in der Familie haben. Tja, so kann man sich täuschen. Erste Lektion: Das Skifahren den eigenen Kindern beizubringen gleicht einem Höllenritt. Bei Mama, Papa, Opa, Onkel, Tante jammert es sich nämlich hervorragend. Da tun schon nach fünf Minuten die Füße weh, man hat nach zehn Minuten unerträglichen Durst und jeder Sturz wird zelebriert, da könnte sich so mancher Schwalben-Fußballer was abschauen.

Also ab in den Skikurs und zwar auf eigenen Wunsch des Kindes. Theo hat heuer schon den zweiten Skikurs gemacht und ich kann nur immer wieder betonen, wie sinnvoll das ist. Zum einen, weil Kinder nun einmal gern mit anderen Kindern beisammen sind und zum anderen weil ein familienferner Skilehrer viel besser erklären kann als die eigene Mama. Theo hat in diesem Winter enorme Fortschritte gemacht, sowohl bei Technik als auch bei Mut zur Geschwindigkeit. Lange wirds nicht mehr dauern und er fährt uns davon…

Theo fährt mittlerweile so gut Ski, dass er bei jeder Piste super runterkommt

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Bei Noah war ich trotzdem skeptisch, ob es nicht noch zu früh ist mit drei Jahren. Die meisten Skischulen nehmen die Kinder frühestens ab vier Jahren. Nicht so die Skischule Haus im Ennstal.

Dort gibts einen Mini Kids Club für Drei- bis Vierjährige. Die Skischule Haus hat Noah eingeladen, den einmal zu testen. Also haben wir unsere 34.978.394 Sachen gepackt und ein wunderschönes Wochenende in der Obersteiermark verbracht.

Der Mini Kids Club der Skischule Haus im Ennstal. Credit: Skischule Haus

Das Angebot des Mini Kids Clubs ist auf die Bedürfnisse von drei- bis vierjährigen Kindern ausgerichtet. Der Spaß im Schnee und die ersten Versuche auf Skiern stehen im Vordergrund. Es gibt mehrere Pausen in einer liebevoll eingerichteten Hütte und Betreuer, die speziell für kleine Kinder geschult sind. Das Haus wurde ganz frisch umgebaut und vergrößert, um den Bedürfnissen der Knirpse noch besser gerecht zu werden. Karin Schneider von der Skischule Haus: “Uns ist es wichtig, dass die Kids eine tolle Zeit haben, in einem gesicherten Rahmen und die Eltern das Gefühl haben, dass sie unbeschwert ein paar Stunden auf der Piste verbringen können.”

High Five!!! Spielerisch werden die ersten Schwünge geübt

Und genau so ist es dann auch: Wir bringen Noah um 10 Uhr am Vormittag in den Mini Kids Club, wo er schon von seiner Skilehrerin und einer zusätzlichen Betreuerin empfangen wird. Gleich wird gemeinsam das Material gecheckt, die Ski angeschnallt und dann ab auf den Zauberteppich. Spielerisch tasten sie sich gemeinsam an die ersten Pflugbögen heran. Und meine anfängliche Skepsis ist schnell weg: Nach einer halben Stunde verlasse ich das Gelände und verbringe ein paar herrliche Stunden auf den Pisten des Hauser Kaibling.

Noah fühlt sich von Anfang an pudelwohl im Mini Kids Club

Noah hat eine tolle Zeit, bekommt zum Abschluss sogar noch eine Medaille und eine Urkunde und ein Schnitzerl zum Mittagessen – besser gehts nicht. Das Gelände des Mini Clubs hat alles, was den Skitag für die kleinen Pistenflitzer brauchen: Sogar ein Karussell und Rutschen für die Pause zwischendurch.

Perfekt ausgestattet auch für die Pausen zwischendurch. Der Spaß steht im Vordergrund. Credit: Skischule Haus

Und wir merken sofort den Unterschied: Noah steht viel sicherer auf den Skiern, kann kurze Strecken schon ganz alleine fahren und weiß, wie er bremsen muss. Der Grundstein ist gelegt, die Motivation groß und ich bin mir sicher, dass auch aus Noah ein leidenschaftlicher Wintersportler wird.

Geschafft! Der erste Skikurs wahr ein voller Erfolg

Skiurlaub mit Kindern

Zahlt sich ein Skiurlaub mit kleinen Kindern überhaupt aus? So ein Wochenende in einem Skigebiet kostet natürlich einiges, da will man schon das Maximale herausholen. Wir fahren gerne immer wieder für ein paar Tage in die Berge, selbst wenn es bis heuer noch so war, dass Flo und ich uns die Kinder aufteilen. Mit Theo kann man schon einige Stunden auf der Piste verbringen, während Noah noch nicht so lange durchhält. Aber gerade in so einem tollen Gebiet wie am Hauser Kaibling kann man unendlich viel unternehmen, vom Rodeln über Langlaufen, Schneeschuhwandern oder einfach nur einmal rauf mit dem Lift und oben die Aussicht und die Sonne in einem Liegestuhl auf der Hütte genießen.

Massenhaft Schnee und perfekte Pisten – so schauts aus in Haus 😉

Die Danners am Hauser Kaibling

Für uns ist es immer wichtig, in einem Hotel zu wohnen, das familienfreundlich ist und man auch einige Zeit im Hotel verbringen kann, ohne dass den Kids fad wird. Dieses Mal durften wir uns das Panoramahotel Gürtl anschauen, mit einem atemberaubenden Ausblick auf das Dachsteinmassiv. Das Personal und auch die Familie Gürtl selbst sind unglaublich liebe Gastgeber, so freundlich wurden wir noch selten behandelt und fühlten uns von der ersten Minute wohl. Die Familiensuiten haben getrennte Schlafzimmer und genügend Platz für das viele Zeug, das so ein Skiurlaub eben mit sich bringt.

Der Ausblick vom Panoramahotel Gürtl ist eine Klasse für sich

Es gibt ein Hallenbad und einen Spielraum für die Kinder, alles was das Herz begehrt. Das Hotel liegt direkt an  der Schladminger-Tauern-Seilbahn und über einen Skiweg kann man direkt von der Abfahrt zum Hotel fahren.

Auch kulinarisch waren wir bestens mit einer Halbpension versorgt, zu Mittag kehren wir ohnehin gerne auf einer Hütte am Berg ein. Für die Kinder gibt es im Hotel verschiedenste Kinderklassiker zum Aussuchen, von Spaghetti Bolognese bis Pizza ist für jeden was dabei. Selbst kann man aus verschiedenen Menüs wählen. Wir haben uns rundherum wohl gefühlt.

Noah ist gleich begeistert vom großen Doppelbett im Kinderzimmer

Die perfekte Ausrüstung

Einige Eltern haben mich nach der Skiausrüstung der Kinder gefragt und worauf sie beim Kauf achten müssen. Seit Theos ersten Ski machen wir es so, dass wir das Equipment für eine Saison ausleihen. Die Kinder wachsen so schnell, da müsste man fast jährlich eine komplett neue Ausrüstung kaufen. Viele Sportgeschäfte – auch jene in den Städten – bieten einen Skiverleih (auch Schuhe können ausgeliehen werden) für eine ganze Saison zu einem relativ günstigen Preis an. So bekommt man die Ski plus Schuhe schon ab ca. 100 Euro für die ganze Saison. Der große Vorteil ist nicht nur der Preis, sondern auch, dass die Kinder immer top-hergerichtete Ski haben, die perfekt auf Größe und Gewicht abgestimmt sind.

Materialcheck: Die Ski müssen auf Größe und Gewicht des Kindes abgestimmt sein

So, und jetzt hör’ ich wieder auf, ihr müsst ja jetzt alle raus in den Schnee!!! 😉 Viel Spaß und teilt doch bitte eure Erfahrungen mit uns!